Menü

EU und USA wollen GPS-Galileo-Abkommen unterzeichnen

vorlesen Drucken Kommentare lesen 26 Beiträge

Vertreter der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten von Amerika wollen noch in dieser Woche eine Vereinbarung unterzeichnen, mit der die Interoperabilität des bereits existierenden US-amerikanischen Global Positioning System (GPS) mit dem geplanten europäischen Galileo-Satellitensystem festgeschrieben werden soll. Offiziellen Angaben zufolge dient das Abkommen dazu, den Produzenten von Navigationsequipment die Herstellung von Dual-Mode-Geräten schmackhaft zu machen, damit Kunden von präziseren Postitionsbestimmungen profitieren können. Das Galileo-System ist allerdings sowieso schon für eine gemeinsame Nutzung mit dem US-amerikanischen Pendant ausgelegt: Die für zivile Zwecke vorgesehenen L1- und L5-Frequenzen entsprechen denen des GPS-Systems. Welche Vereinbarungen für eine gemeinsame militärische Nutzung der Systeme getroffen werden sollen, ist bislang nicht bekannt.

Während die USA mit GPS bereits seit Jahren ein inzwischen 30 Satelliten umfassendes Navigationssystem betreiben, will Europa das krisengeschüttelte Prestige-Projekt Galileo mit ebenfalls 30 Satelliten bis zum Jahr 2012 voll einsatzfähig haben. Ursprünglich sollte Galileo von der europäischen Industrie aufgebaut und betrieben werden. Nach diversen Streitigkeiten über Kompetenzen, Finanzierung sowie Risikoverteilungen und immer wieder neuen Verzögerungen beschlossen die EU-Verkehrsminister jedoch, Galileo in öffentlicher Regie aufzubauen und dies aus Steuermitteln zu finanzieren. Gegen eine staatliche Finanzierung wehren sich inzwischen aber Großbritannien und die Niederlande. Sie befürchten, dass eine öffentliche Beschaffung des Galileo-Systems die Kosten erhöht statt reduziert, und dass die Risiken für den EU-Haushalt damit deutlich steigen.

Zum europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo siehe auch: