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EU will Verwendung von IPv6 vorantreiben

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Angesichts einer drohenden Verknappung von technischen Internet-Adressen will die Europäische Union die Verwendung des neuen Internet-Protokolls IPv6 vorantreiben. Bis zum Jahr 2010 solle das neue Internet-Protokoll in 25 Prozent der Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Haushalte genutzt werden, teilte die EU-Kommission unter der Überschrift "Riesiger Internet-Adressraum soll bis 2010 in Europa verfügbar werden" mit.

"Nur wer sich frühzeitig auf die nächste Generation des Internets vorbereitet, ist für die Zukunft gerüstet und hat später nicht das Nachsehen", sagte die EU-Kommissarin Viviane Reding. Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sollten nicht ihren Bedarf an die engen Vorgaben des alten Systems anpassen. "Europa würde dadurch bei der Nutzung modernster Internet-Technik ins Hintertreffen geraten und könnte in eine ernsthafte Krise geraten, sobald der Adressvorrat des alten Systems einmal zur Neige geht." Sie rufe "die Mitgliedstaaten daher dazu auf, dafür zu sorgen, dass ihre öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen IPv6 bis 2010 in breitem Umfang nutzen".

Nach EU-Angaben stehen von den laut IPv4-Spezifikation möglichen 232 Adressen (rund 4,3 Millliarden) nur noch rund 700 Millionen freie IP4-Adressen zur Verfügung. Nach aktuellen Schätzungen der Experten etwa der europäischen regionalen IP-Registry RIPE wären diese verbliebenen Adressen schon in rund drei Jahren erschöpft. Mit dem bereits 1995 entwickelten IPv6 lassen sich hingegen 2128, also rund 340,28 Sextillionen Rechner, Geräte, Kühlschränke, Autos adressieren – oder was auch sonst immer einen Netzzugang und damit eine IP-Adresse benötigen mag (zum IPv6-Adressraum siehe: IPv6-Adressbereiche.

Die Kommission forderte die EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, mit dem öffentlichen Sektor in Europa eine Vorreiterrolle zu übernehmen und dazu eigene Internet-Netze sowie Behördenwebsites und elektronische Behördendienste auf IPv6 umzustellen. Auch die wichtigsten europäischen Websites sollen nach dem Plan der Kommission eine wichtige Rolle spielen. Dazu möchte die Kommission bis Ende 2008 Zusagen von mindestens 100 Betreibern der wichtigsten europäischen Websites, wie etwa Rundfunksender oder Online-Nachrichtendienste, erhalten.

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(jk)