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EU will Zahl der Breitband-Internetzugänge erhöhen

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Nur durchschnittlich etwas mehr als ein Drittel aller EU-Bürger nutzen eine Breitbandverbindung zum Anschluss an das Internet – diese Quote ist der EU-Kommission noch deutlich zu niedrig, heißt es in einem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Bericht der Kommission. Zwar habe sich in den vergangenen fünf Jahren der Anteil verdreifacht, doch müssten noch immer sieben Prozent der EU-Bevölkerung gänzlich auf einen Breitbandanschluss verzichten – in ländlichen Regionen steigt der Anteil sogar auf bis zu 30 Prozent. Allerdings nutzt bisher knapp die Hälfte aller Europäer das Internet noch gar nicht.

Während die Bundesregierung in Sachen Breitband-Internetanschlüsse auf die Selbstregulierung des Marktes vertraut, dringt die EU-Kommission auf deren zügigen Ausbau und erwägt sogar eine Pflicht zum Breitbandangebot. So stellt die Kommission in ihrem Bericht zur Diskussion, ob in der sogenannten Universaldienstrichtlinie möglicherweise eine Pflicht zum Breitbandangebot vorgeschrieben werden müsse. Die Richtlinie legt unter anderem fest, dass alle Bürger Anspruch auf einen festen Telefonanschluss und einen "funktionalen Internetzugang" haben – ein bindender Verweis auf einen Breitbandzugang fehlt bisher.

Zumindest im Hinblick auf mobiles Telefonieren sieht die Kommission keinen Handlungszwang auf Basis der Richtlinie, denn die EU-weite Nutzungsrate liege bei 112 Prozent. Zahlreiche Bürger verfügen demnach sogar über mehr als einen Mobilfunkanschluss. Auch seien hinsichtlich der monatlichen Basispreise die durchschnittlichen Kosten für mobiles Telefonieren mit 13,69 Euro inzwischen günstiger als für einen typischen Festnetzanschluss (14,90 Euro). (dpa) / (map)