EVN und ein Neuling ersteigern österreichische Wimax-Frequenzen

2004 hatte die Telekom Austria die für Wimax prädestinierten Nutzungsrechte für 152.100 Euro ersteigert, aber nie genutzt. Vor einem Jahr musste die TA die Rechte zurücklegen, um Strafzahlungen zu vermeiden.

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  • Daniel AJ Sokolov

Der niederösterreichische Energieversorger EVN und eine gewisse BF Twelve Holding GmbH bekommen österreichische Frequenznutzungsrechte im Bereich von 3,4 und 3,5 GHz. Dies hat die österreichische Regulierungsbehörde RTR am Dienstag bekanntgegeben. Es handelt sich dabei um Frequenzen, über die Breitband-Internetzugänge (mindestens 384/128 kbit/s) in einer je nach Region bestimmten Zahl von Gemeinden angeboten werden müssen. 2004 hatte die Telekom Austria (TA) diese für Wimax prädestinierten Nutzungsrechte für 152.100 Euro ersteigert, aber nie genutzt. Vor einem Jahr musste die TA die Rechte zurücklegen, um Strafzahlungen zu vermeiden.

Die neuerliche Versteigerung bringt der Republik Österreich 181.000 Euro. Die Rechte für Wien und Niederösterreich ersteigerte die EVN Netz GmbH für 53.830 Euro. Für das Burgenland war die B.net Burgenland Telekom GmbH mit einem Gebot von 32.940 Euro erfolgreich. Dieser Kabelnetzbetreiber gehörte bis vor kurzem dem burgenländischen Energieunternehmen BEWAG; wird aber gerade an die EVN-Gruppe verkauft. Der EVN, die selbst mehrheitlich im Eigentum des Landes Niederösterreich steht, gehört bereits der niederösterreichische Kabelnetzbetreiber Kabelsignal.

Die nun erworbenen Frequenznutzungsrechte will die EVN zum Ausbau des Wavenet-Angebots einsetzen. Unter diesem Markennamen vertreibt die Kabelsignal WLA-Netz-Zugänge an niederösterreichische Privathaushalte und kleine Unternehmen. Die WLAN werden dabei von der Nökom betrieben, die je zur Hälfte der EVN und dem Land Niederösterreich gehört.

Die Frequenzpakete für die Regionen Steiermark, Kärnten, Osttirol, Nordtirol, Salzburg und Oberösterreich wurden der BF Twelve Holding zugeschlagen, die dafür insgesamt 94.230 Euro bezahlen muss. Wer hinter dieser GmbH steckt, ist derzeit unklar. Der Geschäftsführer der im Firmenbuch als Eigentümer eingetragenen Steuerberatungskanzlei erklärte gegenüber heise online, dass die tatsächlichen Eigentümer drei Privatpersonen seien, die bereits Erfahrung mit Wimax hätten. Das Firmenbuch werde bald aktualisiert. Für nähere Auskünfte verwies er an die Regulierungsbehörde, der die Identität der Personen bekannt sei. Die Behörde verweigerte jedoch eine Auskunft und verwies wieder auf das Firmenbuch.

Die Preise für Breitband-Zugänge sind in Österreich stark gefallen, seit die TA sowie die Mobilfunk-Netzbetreiber mit Kampfpreisen um Marktanteile kämpfen. Marktbeobachter sehen daher nur geringe Chancen für einen profitablen Betrieb von Wimax-Netzen in dem Land. Bereits seit Jahren besitzen UPC (ausgenommen Vorarlberg), Teleport (nur Vorarlberg) und Wimax Telecom Frequenzen im 3,4- und 3,5-GHz-Band. Am Markt aktiv geworden ist davon nur die Wimax Telecom, die im Burgenland einige hundert Kunden hat und auch in anderen Bundesländern Wimax-Sender betreibt. UPC hat kürzlich 125 seiner 1.200 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice zur Kündigung angemeldet. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)