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Echt flexibel: OLEDs zum Biegen, Aufrollen und Zusammenklappen

Wenn Hersteller von "flexiblen Displays" reden, meinen sie meist etwas anderes, als der unbedarfte User – abgerundete Kanten und leichte Krümmungen statt echter Flexibilität. Doch es gibt Hoffnung.

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Was wurde uns alles versprochen mit dem Aufkommen der OLEDs: Super flink sollten sie sein, absolut blickwinkelstabil und kontraststark sowieso, energieeffizient und flexibel, bei Bedarf auch durchsichtig, und billig ohnehin. Von der grauen Theorie wurde bislang nur ein kleiner Teil umgesetzt.

So sind Geräte mit organischen Displays immer noch teurer als solche mit LC-Displays. Die Energieffizienz großer OLED-TVs lässt noch arg zu Wünschen übrig – mehr als Energieeffizienzklasse B ist derzeit nicht drin, LCD-TVs erreichen dagegen locker Klasse A und A+. Satte Kontraste und eine vom Einblickwinkel unabhängige Darstellung bieten organische Displays zweifellos. Ihre kurzen Schaltzeiten können sie dagegen nicht richtig ausspielen (mehr dazu bei c't: OLED-Displays: Theoretisch flink, in der Praxis ausgebremst).

Bleiben noch Flexibilität und Transparenz, mit denen sich die OLEDs deutlich von der etablierten LCD-Technik absetzen könnten – auch hier ist bislang wenig passiert. So spricht der AMOLED-Spezialist Samsung bereits von "Flexibilität", wenn sich der Schirm ein wenig an die Gehäusekanten anschmiegt. Erwarten würde man bei diesem Begriff eher, dass sich die Displays biegen, aufrollen oder zusammenfalten lassen.

Dass es in absehbarer Zeit richtig flexiblen Displays geben wird, bewiesen etliche Exponate auf dem Treffen der Displayentwickler Ende Juni in Los Angeles. Wann so etwas in real gehandelten Handys landet und nicht nur in Demo-Objekten auf Messen, ist zwar noch offen. Die Menge der gebogenen und gefalteten Schirme auf dem Display-Kongress lässt aber hoffen.

(uk)