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Echtes Microsoft und Londoner Polizei erwischen falsche Microsoft-Mitarbeiter

In Großbritannien wurden vier Personen gefasst, die verdächtigt werden, sich betrügerisch als Microsoft-Mitarbeiter ausgegeben zu haben.

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"Technical Support Scam": So wird die Masche genannt, unter der sich Betrüger am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben, um den Opfern zur Lösung vermeintlicher Probleme Geld abzuknöpfen. Vier solcher Betrüger wurden nun in Großbritannien verhaftet, wie die Londoner Polizei mitteilte. Während der über zwei Jahre laufenden Ermittlungen hat sie dabei mit Microsoft kooperiert.

Im südenglischen Woking wurden ein 29 Jahre alter Mann und eine 31 Jahre alte Frau verhaftet, in South Shields in Nordostengland fasste die Polizei eine 35-jährige Frau und einen 37-jährigen Mann. Um ihnen auf die Spur zu kommen, analysierten Kriminologen zehntausende von Microsoft gelieferte Berichte und Daten über Betrugsversuche. Dabei wurden auch andere betroffene Unternehmen wie BT herangezogen, heißt es in der Mitteilung. Es habe sich ergeben, dass die meisten betrügerischen Anrufe aus Indien kamen.

In Großbritannien allein wurden 2016/17 rund 35.000 Betrugsversuche erfasst, aus denen sich ein finanzieller Schaden von rund 23 Millionen Euro ergab. Das seien 12 Prozent des allgemein durch Betrug verursachten Gesamtschadens. Die Polizei geht dabei von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus. Die Opfer seien im Durchschnitt 62 Jahre alt.

Bei dem "Technical Support Scam" versuchen die Betrüger, per Fernwartung Zugriff auf die PCs ihrer Opfer zu erlangen und bieten dann zum Beispiel eine Beseitigung von Viren oder eine Zertifikatsverlängerung an, die per Online-Überweisung bezahlt werden soll. Dabei greifen sie per Fernwartungssoftware in den Überweisungsprozess ein, versuchen die Überweisung mehrfach auszuführen und ändern kurzerhand die Summe. Microsoft bittet Betroffene, den Betrugsversuch zu melden und bei der Polizei anzuzeigen. (anw)