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Ecuador will Julian Assange aus der Londoner Botschaft werfen

Seit sechs Jahren ist der Wikileaks-Aktivist Julian Assange nun in der ecuadorianischen Botschaft in London zuhause. Nun naht das Ende des Asyls.

Julian Assange

(Bild: dpa, Tal Cohen)

Julian Assange, der Gründer von Wikileaks, hält sich seit mehr als sechs Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Dort hatte er politisches Asyl gesucht, nachdem er befürchtete, von der britischen Regierung wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs nach Schweden ausgeliefert zu werden. Nun aber will die ecuadorianische Regierung ihn wohl loswerden.

Bereits seit rund zwei Monaten hat Assange keinen Zugang zum Internet mehr. Die Botschaft hatte den Zugang gesperrt, nachdem sich Assange öffentlich unter anderem kritisch zu der Inhaftierung des ehemaligen Regierungschefs von Katalonien, Carles Puigdemont, durch die deutsche Bundespolizei geäußert hatte. Damit soll Assange laut dem Außenministerium des südamerikanischen Landes gegen die Vereinbarung verstoßen haben, sich mit seinen öffentlichen Kommentaren nicht in Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.

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Ecuadors Präsident Lenín Moreno war am Freitag zu einer Konferenz in London eingetroffen. Er soll sich jedoch auch mit Vertretern der britischen Regierung getroffen haben, um eine Vereinbarung zur Beendigung von Assanges Asyl abzuschließen, so der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald auf der Website "The Intercept". Auch die Chefredakteurin des russischen Auslandssenders "Russia Today", Margarita Simonjan, schrieb bei Twitter, Assange könne ihren Quellen zufolge in den kommenden Wochen oder sogar Tagen an Großbritannien übergeben werden.

Die Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Assange wurden zwar im Mai vergangenen Jahres eingestellt. Assange könnte dennoch in Haft genommen werden, weil er laut einer Erklärung der britischen Behörden durch die Flucht in die ecuadorianische Botschaft gegen britische Gesetze verstoßen hätte. (ll)

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