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Ecuador zieht zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für Assange zurück

Seit mehr als fünf Jahren zeichnet ein Überwachungsprogramm rund um die Uhr alle Aktivitäten des Australiers auf. Damit soll nun Schluss sein.

Ecuador zieht zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für Assange zurück

(Bild: dpa)

Ecuador stellt den zusätzlichen Schutz in seiner Londoner Botschaft für den dort seit 2012 im Asyl lebenden Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. Das Gebäude werde von sofort an ähnlich geschützt wie andere Botschaften des südamerikanischen Landes auch, teilte die Regierung am Donnerstagabend auf Twitter mit. Medien hatten diese Woche berichtet, ein Überwachungsprogramm zeichne seit mehr als fünf Jahren als Schutz vor möglichen Gefahren rund um die Uhr alle Aktivitäten des Australiers auf. Dies koste das Land monatlich umgerechnet etwa 56.000 Euro.

Als eine Gefahrenquelle galt den Berichten zufolge etwa die britische Polizei, der zugetraut werde, dass sie unter einem medizinischen Vorwand in die Botschaft eindringen und Assange festnehmen könnte. Der Journalist hatte sich 2012 in die Botschaft geflüchtet, um sich vor einer seiner Meinung nach drohenden Auslieferung an die USA zu schützen. Hintergrund sind US-Geheimdokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan, die die Enthüllungsplattform 2010 verbreitet hatte.

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Die Süddeutsche Zeitung hatte über das Überwachungsprogramm unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen berichtet, die sie gemeinsam mit dem britischen Guardian und dem ecuadorianischen Magazin Focus habe einsehen können. Für die Überwachung beauftragte Ecuadors Regierung demnach eine europäische Sicherheitsfirma. Als Stützpunkt für die Operation wurde für mehr als 4000 Euro im Monat eine Wohnung nahe der Botschaft angemietet. Das Geld dafür stammte aus einem Sonderetat des Geheimdiensts. (dpa) / (anw)

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