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Edge: Ärger über vordrängelnden Microsoft-Browser nach Windows-10-Updates

Als "wettbewerbswidrig" sieht Vivaldi-Chef Jon von Tetzchner Microsofts Praxis, bei Updates den voreingestellten Browser auf Edge zurückzusetzen.

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Edge: Ärger über vordrängelnden Microsoft-Browser nach Windows-10-Updates

Bei größeren Betriebssystem-Updates setzt Windows 10 den Default-Browser auf Edge zurück. Diese Praxis bezeichnet Jon von Tetzchner als "wettbewerbswidrig". Als Gründer der Browser-Hersteller Opera und Vivaldi ist von Tetzchner von diesem Verhalten direkt betroffen.

"Microsoft hat es kompliziert für einen nicht-technischen Benutzer gemacht, seinen alten Browser zurückzuholen", schreibt er. "Eine 72-jährige Bekannte schaffte das nicht, obwohl sie es versuchte." Auch nach der Installation eines neuen Browsers setze Windows 10 auf Edge zurück.

Hinter dieser Zwangsbeglückung vermutet von Tetzchner, dass sich die Microsoft-Führung über die geringen Nutzerzahlen von Edge sorge. Dazu passt auch die Edge-Eigenwerbung, die mitunter unvermutet in Windows 10 aufpoppt, wenn der Nutzer beispielsweise Firefox öffnet.

Das Ärgerlichste an diesem Problem: Es ist altbekannt. Bereits im Juli 2015 beklagte sich Mozilla-CEO Chris Beard über zurückgesetzte Default-Browser. "Wir arbeiten aktiv daran, dieses Problem zu lösen", sagte im Februar 2016 eine anonyme Microsoft-Quelle dem Inquirer – passiert ist aber offensichtlich nichts.

Betroffen ist nicht nur der Browser: Auch bei Mail-Client, Foto-Viewer und Musik-Player vergisst Windows 10 immer mal wieder die Nutzer-Vorlieben. Es gibt sogar eine Software, die dieses Verhalten verhindern soll. (Herbert Braun) / (anw)

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