Edge-Browser mit Chromium: Microsofts Fahrplan geht auf Nutzerwünsche ein

Der neue Edge-Browser lässt noch einige Wünsche der Benutzer offen. Microsoft hat das erkannt und will mit regelmäßigen Updates kontinuierlich nachbessern.

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(Bild: Microsoft)

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Microsoft arbeitet schon seit dem Erscheinen von Windows 10 im Jahr 2015 am neuen Edge-Browser, musste dann aber Ende 2018 so etwas wie einen Neustart durchführen. Zu diesem Zeitpunkt fiel die Entscheidung, den Edge-Browser intern auf die Blink-Rendering des Chromium-Projekts umzustellen. Seit Anfang des Jahres steht diese neue Version als Chromium-Edge allgemein bereit und soll in den kommenden Wochen breiter verteilt werden.

Der neue Browser bekommt zwar viel Lob aber eben auch Kritik aus der Benutzerschaft. Ein Problem: An vielen Stellen ist der Chromium-basierende Edge-Browser noch eine Baustelle, wie sich zum Beispiel am Problem des Benutzerdatenverzeichnisses in Roaming-Umgebungen erkennen lässt. Aber auch vielen normalen Nutzern fehlen schlicht Funktionen, die andere Browser längst bieten. Microsoft hatte daher schon angekündigt, dass der Browser ungefähr alle sechs Wochen ein Update mit neuen Funktionen bekommen solle.

Außerdem füttert Microsoft die Nutzer von Zeit zu Zeit mit Informationen, was noch alles vorgesehen ist. So soll der Edge-Browser in Zukunft wesentlich schneller werden. Konkret hat Microsoft diesen Sachverhalt in diesem Artikel offen gelegt. Ab dem Microsoft Edge Build 81.0.389.0 sollen in Windows 10 mit 64 Bit Optimierungsmaßnahmen greifen. Microsoft verspricht, dass der Browser dadurch bis zu 13 Prozent schneller als der alte Microsoft Edge werden soll. Der Wert wurde in Testszenarien gemessen, wobei die Entwickler davon ausgehen, dass sich diese Optimierungen auch in der Praxis bemerkbar machen.

Aber es bleibt auch klar festzustellen, dass es beim Edge an einigen Ecken schlicht noch klemmt. So beschweren sich Nutzer, dass die Anzeige von Youtube nicht sauber funktioniert und Probleme bereitet. Auch gibt es Abstürze des Browsers beim Öffnen eines neuen Tabs über einen Link in einer Webseite. In einem Techcommunity-Beitrag vom 11. Februar 2020 legt Microsoft nun offen, was auf der "Wunschliste der Benutzer" aufgegriffen wurde und aktuell Priorität in der Umsetzung durch die Entwickler genießt. Diese Wunschliste lässt sich auch als Fahrplan dafür ansehen, was Microsoft demnächst für den Chromium-Edge umsetzen will.

So sollen sich zukünftig Einträge in der Liste der Favoriten über ein Benutzerkonto im Browser auf verschiedenen Geräten synchronisieren lassen. In älteren Funktionen des neuen Chromium-Edge gab es zum Beispiel Probleme, dass die Synchronisierung nicht klappte oder gelöschte Favoriten erneut auftauchten. Die Entwicklerversionen des Browsers bieten bereits eine Möglichkeit, doppelte Favoriteneinträge zu löschen. Allgemein will Microsoft diese Neuerungen und Verbesserungen im Bereich der Favoriten "noch im Februar 2020" per Browser-Updates freigeben.

Kosmetische Änderungen wie die Verwendung eines Hintergrundbilds für neue Registerkarten, eine verbesserte Handhabung von Links bei mehreren Profilen, eine Sprachausgabe für Inhalte von PDF-Dateien oder die Navigation in Inhaltsverzeichnissen von PDF-Dokumenten gehören genauso zur Agenda wie Bug-Fixes im Bereich von des Medienstreamings, bei dem Empfänger nicht gefunden werden. Auch die Vorschaufunktion für Registerkarten, die der alte Edge-Browser bereits konnte, soll auch im neuen Edge irgendwann wiederkommen.

In der Liste der häufig gewünschten Features findet sich zudem die Ankündigung der Portierung des Edge-Browsers auf Linux. Dies hatte Microsoft bisher nicht ausgeschlossen, aber auch keine konkreten Terminzusagen gemacht. Zumindest weist der Community-Beitrag diese Portierung jetzt konkret als "geplant" aus.

Manche Anwender dürften auch begrüßen, dass das Edge: 2-Finger-Scroll-Problem, welches auf Notebooks nervt, aufgegriffen und behoben werden soll. Konkrete Terminangaben für diesen Bug-Fix fehlen aber.

Geht man die Liste der gewünschten Edge-Features durch, lässt sich zweierlei feststellen. Einerseits fehlen dem neuen Browser noch jede Menge von Benutzern erwartete Funktionen. Und der Browser wird auch in den kommenden 12 Monaten eine Baustelle bleiben, auf der es im Mittel alle sechs Wochen Nachbesserungen gibt.

Eine im Google Chrome vorhandene Möglichkeit, sich an einem Google-Konto anzumelden, um den Browser zu synchronisieren, ist für den Chromium-basierenden Edge dagegen nicht geplant. So weit geht die Liebe Microsofts zum Chromium dann doch nicht. Wer das benötigt, sollte gleich zum Google-Browser greifen. (mho)