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Edward Snowden: "Ich wurde als Spion ausgebildet"

In einem Interview hat Edward Snowden die Behauptung zurückgewiesen, er habe lediglich als niedrigrangiger Techniker für Geheimdienste gearbeitet. In Wahrheit sei er auf verschiedenen Ebenen für CIA und NSA tätig gewesen.

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Edward Snowden hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, lediglich ein niedrigrangiger Hacker gewesen zu sein und hat erklärt, er sei "als Spion im klassischen Sinne" ausgebildet worden. Das sagte er in einem Interview mit Brian Williams von NBC News, seinem ersten öffentlichen Gespräch mit einem US-Fernsehsender. Das heißt, er habe verdeckt im Ausland gelebt und dabei vorgegeben, einen Job zu haben, den er gar nicht hatte. Ihm sei sogar ein fremder Name zugewiesen worden. Dabei habe er als technischer Experte gearbeitet, und zwar nicht nur auf niedriger Ebene, sondern bis hinauf in die Führungsetagen.

Brian Williams (links) mit Edward Snowden

(Bild: NBC News)

NSA-Skandal

Die NSA, der britische GCHQ und andere westliche Geheimdienste greifen in großem Umfang internationale Kommunikation ab, spionieren Unternehmen sowie staatliche Stellen aus und verpflichten Dienstleister im Geheimen zur Kooperation. Einzelheiten dazu hat Edward Snowden enthüllt.

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In dem Gespräch, das am heutigen Mittwoch ausgestrahlt werden soll und aus dem bislang nur ein kurzer Ausschnitt veröffentlicht wurde, warf Snowden der US-Regierung vor, sich in Bezug auf seine Erfahrungen irreführend zu äußern. Er habe sowohl für die CIA als auch die NSA verdeckt im Ausland gearbeitet und habe sogar Vorträge an der Akademie für Gegenspionage der Defense Intelligence Agency gehalten. Diese Dachorganisation der Geheimdienste der US-amerikanischen Teilstreitkräfte habe das bestätigt, schreibt NBC News.

Das vollständige Interview, das Brian Williams in Moskau geführt hat, wo Edward Snowden weiterhin im Asyl lebt, wird von NBC News mit großen Worten angekündigt. Unklar ist, ob Snowden tatsächlich etwas Neues zu den vielen gegenwärtigen Debatten beitragen kann, hat er doch mehrmals gesagt, dass er die Berichterstattung über die NSA-Dokumente den damit betrauten Journalisten überlasse. Sicher wird er aber seine Tat erneut als Dienst an der US-amerikanischen Öffentlichkeit verteidigen, was bei seinem Versuch, in seine Heimat zurückzukehren, hilfreich sein könnte. (mho)