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Edward Snowden: "Trotz NSA nicht aufhören, Penisfotos zu senden"

In einer US-Comedy-Sendung hat sich Edward Snowden dazu geäußert, dass die USA den NSA-Skandal nicht mehr diskutieren. Es sei zu schwer, die Tragweite klar zu machen. Man könne aber deutlich machen, dass auch privateste Nachrichten eingesehen werden.

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Edward Snowden

(Bild: Last Week Tonight)

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Der NSA-Whistleblower Edward Snowden hat erneut davor gewarnt, aufgrund der enthüllten Überwachung durch westliche Geheimdienste statt der Gesetze das eigene Verhalten zu ändern. Im Rahmen eines Interviews in der US-Late-Night-Show "Last Week Tonight with John Oliver" ging es dabei um Snowdens Enthüllung, dass NSA-Agenten private Nacktbilder von US-Bürgern einsehen. "Niemand sollte sein Verhalten ändern, weil US-Behörden in der Privatsphäre rumstöbern", erklärte Snowden auf die Frage, ob Menschen aufhören sollten, Penisfotos zu verschicken: "Wenn du aus Angst deine Werte opferst, sind sie dir nicht viel wert." Stattdessen müssten US-Geheimdienste wieder an die Leine gelegt werden.

Zuvor hatte John Oliver anhand von Passanten-Interviews nachzuweisen versucht, dass US-Bürgern die Enthüllungen Edward Snowdens ziemlich egal seien. Sie würden jedoch äußerst emotional reagieren, wenn man sie darauf hinweise, die totale Überwachung bedeute auch, dass Geheimdienstler private Nacktfotos einsehen können. Dieser Aspekt könne tatsächlich dafür sorgen, dass die NSA-Überwachung in den USA intensiver diskutiert würde, gestand Snowden ein: "Ich glaube, ich habe es nie im Kontext deines Gehänges [of your junk] gesehen." Daraufhin ließ sich John Oliver einige der Überwachungsgesetze unter dem Gesichtspunkt zusammenfassen, ob sie der NSA erlaubten, privat versandte Nacktfotos einzusehen.

Der ganze Beitrag inklusive des Snowden-Interviews

Der insgesamt halbstündige Beitrag dreht sich um die anstehende Verlängerung wichtiger Teile des Patriot Acts. In dem Überwachungsgesetz finden sich Regelungen, mit denen die NSA die von Snowden enthüllte Überwachung rechtfertigt. John Oliver, der für das Snowden-Interview nach Moskau geflogen war, forderte eine nationale Diskussion über das Gesetz. Bislang sei es immer quasi nebenbei erneuert worden. Das sei angesichts der Snowden-Enthüllungen nicht mehr möglich. Gegenüber Snowden weist er aber auch darauf hin, dass es den US-Amerikanern bei solch einer Diskussion höchstens um die eigene Überwachung gehe: "Amerikanern ist es scheißegal, ob das Ausland überwacht wird." Dem stimmte Snowden zu. (mho)