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Eee PC mit 10,1-Zoll-Display kommt

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Gut zugänglich unter der Bodenklappe liegen die 2,5-Zoll-Festplatte und der Speicherriegel, daneben die WLAN-MiniCard.

Ab 4. September will Asus den Eee PC 1000H verkaufen. Mit diesem Netbook setzt Asus eine starke Duftmarke gegen die rasch wachsende Netbook-Konkurrenz: helles, großes Display, lange Laufzeit, 160 GByte Speicherplatz. Das Eee PC 1000H kommt vorerst nur mit Windows XP nach Deutschland und soll 429 Euro kosten. Es ist derzeit das teuerste Netbook.

Das Netbook ähnelt äußerlich dem Eee PC 901, ist aber etwas größer. Die erste Generation der Netbooks passte fast auf ein DIN-A5-Blatt, hatte aber fast unbrauchbar kleine 7-Zoll-Displays. Das Eee PC 1000H gehört mit seinem 10,1-Zoll-Panel zu den größten Netbooks und nähert sich bis auf zwei bis drei Zentimetern bereits dem DIN-A4-Format an. Den Platz hat Asus für die Tastatur optimal genutzt. Die leicht rechteckigen Tasten erreichen etwa 90 Prozent der Größe von normalen Desktop-Tasten. Leider hat Asus offensichtlich eine zu labile Tastatur eingesetzt. Die drei Halterungen an der Ober- und Unterseite halten nicht ausreichend, was nerviges Geklapper zur Folge hat. Ein untergelegtes einlagiges Küchenpapier behebt das Problem.

Die bisherigen Eee PCs krankten allesamt an zu dunklen Displays. Risikofreudige konnten mit dem Hackertool eeectl zwar die Helligkeit verdoppeln, Asus rät aber wegen überhitzter Display-Controller davon ab. Das helle Display im Eee PC 1000H mit 1024 × 600 Punkten reicht wegen der matten Oberfläche selbst für Sommertage aus – sofern das Netbook am Stromnetz hängt. Im Akkubetrieb drosselt Asus die Helligkeit um ein Viertel, was bei Sonnenschein immerhin für Schattenplätze ausreicht.

Asus 1000H mit 160-GByte-Festplatte und hellem Display

Weiterer Pluspunkt des Eee PC 1000H ist sein großer Akku, der bis zu sechseinhalb Stunden durchhält. Unter hoher CPU-Last ist es eine Stunde weniger, bei grafiklastigen Anwendungen sogar bis zu zwei Stunden. WLAN braucht 1,5 W und reduziert die Laufzeit um bis zu einer Stunde.

Das Intel-Atom-Innenleben eignet sich derzeit am besten für Netbooks, weil die Rechenleistung im Vergleich zu den anderen Plattformen dieser Geräteklasse meist am höchsten ist und die Leistungsaufnahme trotzdem niedrig bleibt. Etwas Bildbearbeitung ist möglich, wenn nicht gar zu viele RAW-Bilder konvertiert werden, und Videos dekodiert das System zuverlässig. Mit Open-Office, E-Mails und Flash-Inhalten kann die Atom-Hardware ebenfalls umgehen.

Die 2,5-Zoll-Festplatte fasst 160 GByte. Mehr Platz für Daten bietet kein anderes Netbook, was aber weder an der Konkurrenz noch an Asus liegt, sondern eher an Microsoft. Bei den bisher mit Windows XP ausgestatteten Netbooks schrieb Microsoft den Herstellern vor, den Plattenplatz auf 80 GByte zu begrenzen, was die auch brav taten. Ab September erlaubt der Herr der Windows-Betriebssysteme großzügig, Festplatten bis zu 160 GByte einzubauen. Da das Eee PC 1000H nicht vor September in den Handel kommt, wird es das erste sein, das die neue Microsoftsche Datenplatzbeschränkung ausschöpft. Netbooks mit SSD-Flashspeicher erreichen höchstens 12 GByte und sind damit meilenweit weg vom Speichervermögen einer Festplatte und übrigens meist auch von deren Datenraten.

Der große Akku und das etwas größere Gerät treiben allerdings das Gewicht nach oben. Der Eee PC 1000H wiegt 1,43 kg und damit 150 bis 200 g mehr als die anderen 10-Zoll-Netbooks (Medion Akoya Mini, MSI Wind U100, One A450). Dennoch schränkt das Eee PC 1000H derzeit von allen Netbooks am wenigsten ein. Die anderen 10-Zoll-Modelle kosten zwar nicht so viel wie das Eee PC 1000H mit 429 Euro, sie bieten aber auch weniger. Noch billiger sind die Netbooks mit 8,9-Zoll-Display. Mit dem Eee PC 901 ist aber nur ein einziger Langläufer dabei, allerdings mit enttäuschend kleiner Tastatur. Ein ausführlicher Test des Eee PC 1000H bringt Ausgabe c't 19/08, die am 1. Spetember erscheint.

Konkurrenzlos wird das Eee PC 1000H nicht lange sein. Zwar ist die Ankündigungsliste von Netbooks länger als die Zahl der Geräte, die tatsächlich in Stückzahlen in den Verkauf kommen – siehe Fukato – dennoch dürften sich die Großen der Branche keine Blöße geben und ihre bereits vorgestellten Netbooks bald verkaufen. Lenovo hat seine IdeaPad genannten Minirechner in petto. Zwei Modelle sollen im Oktober an den Start gehen, das IdeaPad S9 mit 8,9-Zoll-Display und das IdeaPad S10 mit 10,2 Zoll großem Display. Beide zeigen eine Auflösung von 1024 × 600 Punkten und haben Intel Atom an Bord. HP verkauft sein 2133 Mini-Note PC bereits in einigen Ländern, und Händler in Deutschland listen ihn bereits als lieferbar. Auch Fujitsu Siemens will demnächst in diesem boomenden Marktsegment mitmischen. (jr)

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