Eee PC mit vorinstalliertem Ubuntu

Asus hat bestätigt, einige mit Ubuntu 10.10 vorinstallierte Netbook-Modelle auch im deutschsprachigen Raum vertreiben zu wollen; eines dieser Gerät findet sich bereits in den Preislisten.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Asus hat gegenüber heise online bestätigt, im deutschsprachigen Raum Eee PCs mit Ubuntu-Linux vertreiben zu wollen; nähere Angaben zu den angebotenen Netbook-Modellen machte das Unternehmen dabei nicht. Damit bestätigte Asus vage eine Mitteilung von Ubuntu-Sponsor Canonical, Asus werde die drei 10-Zoll-Netbooks 1001PXD, 1011PX und 1015PX mit vorinstalliertem Ubuntu 10.10 vertreiben; weitere Modelle mit Ubuntu sollten im Laufe des Jahres folgen.

Die Mitteilung hatte Canonical bereits Anfang Juni veröffentlicht und dabei angegeben, die Geräte seien ab dem 1. Juni verfügbar. Asus Deutschland konnte oder wollte auf Nachfrage jedoch nicht sagen, ob oder wann diese Geräte im deutschsprachigen Raum erhältlich sein werden. Jetzt listet Amazon einen Eee PC R011PX, bei dem die "Ubuntu Desktop Edition Version 10.10" vorinstalliert sein soll; der Internet-Händler macht aber keine Angaben zu einem potenziellen Liefertermin. Auf das Gerät hingewiesen bestätigte die Presseagentur von Asus nun knapp: "Die Eee PCs mit Ubuntu wird es prinzipiell geben". Es lägen aber bislang keine Informationen zu Vertriebspartnern vor.

Viel klarer wird die Situation durch das Amazon-Angebot aber nicht. So finden sich auf den deutschen und internationalen Webseiten von Asus keine Informationen zum R011PX. Das Gerät gibt es bei Amazon auch in zwei Versionen mit Windows (1, 2) – die kosten mehr als die Ubuntu-Variante, enthalten aber statt des Single-Core-Atom-Prozessors N455 einen Zweikern-Atom vom Typ N570; auch beim Speicher und bei der Kapazität von Akku und Festplatte gibt es Ausstattungsunterschiede.

Details zu den von Canonical erwähnten Geräten 1011PX oder 1015PX finden sich wiederum nur auf der internationalen Webseite. Dort wird aber nur die Windows-Version beschrieben; das gilt auch beim 1001PXD, das immerhin auch auf der deutschen Webseite auftaucht. In einem italienischen Webshop wird zudem das 12-Zoll-Eee-PC 1215P mit einer nicht näher spezifizierten Ubuntu-Version angeboten.

Die Wahl des Ubuntu-Version wirft ebenfalls Fragen auf, denn Ubuntu liefert für Nicht-LTS-Versionen wie das im Oktober 2010 veröffentlichte Ubuntu 10.10 lediglich 18 Monate Updates. Daher ist bereits im April nächsten Jahres Schluss; wer also im Spätsommer dieses Jahres eines der Asus-Geräte kauft, muss innerhalb eines dreiviertel Jahres auf eine neuere Version wechseln, um ein Betriebssystem einzusetzen, bei dem bekannten Sicherheitslücken noch korrigiert werden. Es ist unklar, ob Asus für neuere Ubuntu-Versionen noch Unterstützung gewährt – typischerweise liefern Hardware-Hersteller nur Support für das vorinstallierte Betriebssystem.

Diese und andre Unklarheiten dürften sich wohl erst klären, wenn die Geräte auf den Markt kommen. Möglicherweise ist das Angebot nicht viel besser als die Linux-Installation auf früheren Net- und Notebooks. Bei einem Vergleichstest von Linux-Notebooks im vergangenen Herbst konnte die c't einen Blick auf ein Gerät werfen, das Asus mit einem nicht näher spezifizierten Linux auslieferte – dabei handelte es sich um ein vollkommenen veraltete Linux-Distribution von Red Flag. Der fehlten Treiber für viele Komponenten des Notebooks, sodass diese Kombination letztlich nicht sinnvoll einsetzbar war. (thl)