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Ehemaliger griechischer Siemens-Chef bleibt in Haft

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Der frühere griechische Siemens-Chef Michael Christoforakos bleibt bis zur endgültigen Entscheidung über seine Auslieferung in Haft. Das teilte das Oberlandesgericht München mit und begründete dies unter anderem mit einer möglichen Flucht des 56-Jährigen. "Es ist nicht ersichtlich, dass sich der Verfolgte dem Strafverfahren freiwillig stellen würde." Die griechische Justiz wirft Christoforakos Korruption und Geldwäsche vor und hat deshalb seine Auslieferung beantragt.

Die Auslieferung von Christoforakos an Griechenland ist damit zumindest ein Stück näher gerückt, die endgültige Entscheidung des Gerichts steht aber noch aus. Wann diese Entscheidung falle, sei noch unklar, sagte eine Gerichtssprecherin. Den Einwand, die Vorwürfe gegen den Manager seien verjährt, wiesen die Richter zum Teil zurück. Zumindest die gegen Christoforakos erhobenen Vorwürfe zwischen April und September 2003 seien nicht verjährt und verfolgbar, hieß es in der Mitteilung.

Im Europäischen Haftbefehl gegen den Manager waren Vorwürfe für den Zeitraum von Februar 1998 bis September 2003 erhoben worden. Christoforakos Anwälte Daniel Peter und Stefan Kursawe gaben sich daher auf Anfrage mit der Entscheidung zufrieden. Das Gericht habe den infrage kommenden Zeitraum bereits deutlich eingegrenzt. "Damit sind mehr als 90 Prozent der Vorwürfe vom Tisch. Aus unserer Sicht ist das schon ein riesiger Erfolg", sagte Peter. Er rechne mit einer Entscheidung über die Auslieferung bereits in den kommenden zwei Wochen.

Die griechische Justiz wirft Christoforakos vor, Mitarbeiter der griechischen Telefongesellschaft O.T.E. bestochen zu haben. Er und ein anderer griechischer Ex-Manager von Siemens, nach dem weiter gefahndet wird, hatten sich nach Deutschland abgesetzt. Das Verschwinden der beiden Männer hatte in Griechenland für großes Aufsehen gesorgt.

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(dpa) / (jk)