Ein Anti-Roboter zum Fürchten

Drei Meter hoch soll ein vierbeiniges Roboterungetüm werden, das der kanadische Künstler und "verrückte Wissenschaftler" Jonathan Tippett baut.

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Von
  • Daniel AJ Sokolov

Einen riesigen Anti-Roboter will der kanadische Künstler und "verrückte Wissenschaftler" (so seine Eigenbezeichnung) Jonathan Tippett bauen. Das vierbeinige Gerät namens Prosthesis soll drei Meter hoch werden. Die Bewegungen werden unmittelbar von einem Menschen gesteuert, wobei jedes Gliedmaß ein Bein des Anti-Roboters kontrolliert. Die Bezeichnung rührt daher, dass es keinerlei automatische Steuerung gibt, es sich also um die Antithese zum "intelligenten" Roboter handelt.

Anti-Roboter zum Fürchten (5 Bilder)

Modell des Prosthesis im Größenvergleich (Bild: anti-robot.com)

Auf der Messe Engadget Expand in New York war am vergangenen Wochenende die Demonstrationsvariante eines Beines zu sehen – und nicht zu überhören. Der Krach war ordentlich. Im Video zu sehen sind das Bein sowie das Steuergerät für den linken Arm des Kapitäns. Im fertigen Produkt soll jedes Bein 50 Prozent größer ausfallen als das gezeigte Modell. Das Gesamtgewicht des Anti-Robot läge dann bei etwa 3,4 Tonnen. Die Steuerung des Hydraulik-Monsters dürfte recht schwierig und körperlich anstrengend werden.

(Quelle: Daniel AJ Sokolov)

Die Baupläne sind den Angaben zu Folge fertig, und ehrenamtlich Werktätige gibt es auch. Den Auftritt in New York finanzierte Lenovo. Was fehlt, sind 100.000 US-Dollar für das Prosthesis-Material. Das soll über Crowdfunding finanziert werden. Ab fünf Dollar ist man auf Indiegogo dabei. Ab einem Beitrag von 10.000 Dollar würde man im Erfolgsfall 2015 am Burning Man Festival zum Prosthesis-Piloten ausgebildet werden.

"Das Ziel ist eine Rennserie wie die Formel 1", sagte Tippett zu heise online. "Mehrere Anti-Roboter laufen dabei gegen einander um die Wette." Gegenwärtig schindet das Demonstrationsmodell eines Fußes zumindest als Kunstprojekt eines verrückten Wissenschaftlers bleibenden Eindruck.

Mitte des vorigen Jahrzehnts hatte der Kanadier mit der Mondo Spider bereits ein platzgreifendes Fortbewegungsgerät gebaut. Zunächst wurde es mit einem Verbrennungsmotor angetrieben, der später im Rahmen eines Nullemissionsprogramms durch einen Elektromotor ersetzt wurde. (anw)