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Ein Antibiotikum, das Resistenzen verhindert?

In gewöhnlicher Erde haben Forscher mit Hilfe eines neuen Verfahrens ein Antibiotikum mit einer neuartigen Wirkweise entdeckt. Es weckt Hoffnung auf das dauerhafte Ausbleiben von Resistenzen und weitere Entdeckungen dieser Art.

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Forscher aus Bonn und Boston haben ein neuartiges Antibiotikum entdeckt, das große Hoffnungen weckt: Wegen seiner ungewöhnlichen Wirkungsweise werden Bakterien möglicherweise nie Resistenzen dagegen entwickeln, berichtet Technology Review.

Weil in den letzten Jahrzehnten nur noch wenige neue Antibiotika entdeckt wurden und zugleich die Zahl der Resistenten stark zunimmt, warnte die WHO bereits davor, an sich besiegte Krankheiten könnten wieder tödlich werden. Das jetzt entdeckte Antibiotikum, bezeichnet als Teixobactin, wäre damit potenziell eine hilfreiche neue Waffe für die Medizin. Bislang wurde es aber nur an Mäusen getestet.

Teixobactin wird selbst von Bodenbakterien produziert. Es scheint sich an ein Fettmolekül zu binden, das andere Bakterien für den Aufbau ihrer Zellwand benötigen. Weil das ein sehr ungewöhnlicher Mechanismus ist, sehen die beteiligten Forscher Chancen, dass erst sehr spät oder sogar niemals Resistenzen dagegen entstehen werden. Andere Wissenschaftler sind in diesem Punkt skeptischer und verweisen darauf, dass es einen solchen Fall noch nie gegeben hat.

Möglich wurde die Entdeckung durch einen neuen mikrofluidischen Chip von der Northeastern University. Mit seiner Hilfe gelang es, eine Kolonie von Bodenbakterien zu züchten, die sich sonst kaum kultivieren lassen. Auch diese Technologie verspricht noch viel Potenzial, denn bislang konnten erst 1 Prozent aller Bakterien aus dem Boden kultiviert werden.

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(sma)