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Ein Finanzinvestor könnte BenQ Mobile retten

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Im Ringen um eine Lösung für den insolventen Handy-Hersteller BenQ Mobile sind Gespräche mit einem Finanzinvestor vorangekommen. Eine Sprecherin des vorläufigen Insolvenzverwalters Martin Prager bestätigte am heutigen Sonntag einen entsprechenden Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Demnach hat der Interessent die Prüfung der Bücher ("Due Diligence") bereits abgeschlossen. Es gebe auch noch andere ernsthafte Interessenten, sagte die Sprecherin, ob es aber tatsächlich zu einem Kauf komme, sei "völlig ungewiss".

Am Montag will Prager die Beschäftigten bei einer Mitarbeiterversammlung informieren. Im Wesentlichen werde es dabei um die vereinbarten Transfergesellschaften für die 3000 von der Pleite betroffenen Beschäftigten gehen, sagte die Sprecherin. Auch der Stand der Dinge bei der Investorensuche werde voraussichtlich kurz zur Sprache kommen. "Es wird aber noch kein Käufer verkündet."

BenQ Mobile als ehemalige Handy-Sparte von Siemens hatte vor einigen Wochen Insolvenz anmelden müssen, nachdem die taiwanesische Mutter BenQ dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte. Zwei Drittel der 3000 Beschäftigten verloren dadurch ihre Jobs, die restlichen bangen noch um ihre Zukunft. Wie viele von ihnen im Falle eines Einstiegs von Investoren übernommen würden, ist aber unklar.

Bis Ende des Jahres muss Prager eine Lösung für BenQ Mobile gefunden haben. Sollte dies nicht gelingen, müsste er das Unternehmen voraussichtlich dicht machen. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Januar 2007 darf das Unternehmen keine roten Zahlen mehr schreiben. Das dürfte im Falle von BenQ Mobile angesichts hoher Material- und Personalkosten sowie eines weiteren Markteinbruchs schwierig werden.

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dpa