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Technology Review

Ein Fitnessarmband, das Doktor spielt

Eine junge US-Firma will Vitaldaten genauer tracken als die Hersteller gewöhnlicher Fitnessarmbänder.

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Das Start-up Quanttus aus Cambridge in Massachusetts hat ein Smartwatch-artiges Gerät entwickelt, das mehr Daten verspricht als gewöhnliche Fitnesstracker, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Es kann unter anderem die Herzfrequenz kontinuierlich messen und bestimmt Atmung und Blutdruck – dies war für am Handgelenk getragene Geräte bislang eher schwierig.

Beim einfachen Messen soll es aber nicht bleiben. All diese Informationen werden zentral ausgewertet und könnten Vorhersagen zur gesundheitlichen Entwicklung erlauben. Das wäre auch für die Früherkennung interessant, um Fehlentwicklungen zu verhindern. "Wir bauen eine Hardwareplattform auf: Ein tragbares Gerät, das ständig am Handgelenk sitzt", erläutert Quanttus-Chef und Mitbegründer Shahid Azim. "Gleichzeitig treiben wir aber auch viel Aufwand, aus den so gewonnenen Daten sinnvolle Rückschlüsse für den Nutzer zu ziehen."

Das System des Start-ups misst die Vitaldaten hauptsächlich mit Hilfe des BKG-Verfahrens (Ballistokardiogramm), das kleine Bewegungen des Körpers erfassen kann, die vom Pumpen des Herzens hervorgerufen werden. Azim zufolge ist dies hilfreich, um die Gesamtfunktion des körpereigenen kardiologischen Systems zu erfassen. Bislang sei es aber schwer gewesen, dies mit einem tragbaren Sensor zu erledigen.

Die Quanttus-Hardware nutzt eine Lichtquelle, die auf das Handgelenk gerichtet ist, und misst die selektive Absorption. Daraus kann dann der Puls bestimmt werden, während ein Beschleunigungsmesser parallel die Körperbewegungen erfasst. Atmung und Blutdrucksignale sollen sich aus diesen Daten ebenfalls extrahieren lassen.

Emil Jovanov, Juniorprofessor an der University of Alabama in Huntsville, der Messtechnik für das Gesundheitswesen untersucht, sieht allerdings einige Probleme mit mobilen Geräten wie dem von Quanttus. So sorgten die Bewegungen des Trägers für Fehlmessungen, die Ergebnisse beeinflussten.

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(bsc)