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Ein Hauch von Hollywood

AIST zeigt auf der CeBIT (Halle 9, Stand C53) eine runderneuerte Version [1] seiner Profi-Schnittlösung "MoviePack". Die derzeit in einer frühen Betaversion vorliegende Software soll spätestens im dritten Quartal auf den Markt kommen und sowohl für Einsteiger wie für fortgeschrittene Anwender zahlreiche Verbesserungen bringen.

So lotst einen das Programm nun in vier Arbeitsschritten durch die Filmerstellung, wobei immer nur die jeweils benötigten Werkzeuge, Befehle und Fenster zur Verfügung stehen. Die Videoerfassung hat AIST mit Batchcapturing und automatischer Szenenerkennung erheblich komfortabler gestaltet. Neben der Timeline-Darstellung gibt es nun auch eine Storyboard-Ansicht, bei der Video-Clips unabhängig von ihrer Länge mit einer Miniatur des Anfangsbildes dargestellt werden. Hier kann man die Szenen auch zurechtschneiden (trimmen) und Überblendungen vornehmen. Für komplexere Überlagerungseffekte, bei denen MoviePack seine Stärken so richtig ausspielen kann, kann man aber jederzeit in die Timeline wechseln.

Eigentlich selbstverständlich, aber in der aktuellen Version "vergessen": Beim Verschieben, Löschen und Trimmen eines Videoclips soll MoviePack künftig auch die Tonspur mit berücksichtigen; bisher blieb diese unverändert an Ort und Stelle. Ebenfalls neu ist die Bearbeitung des Lautstärkepegels über ein sogenanntes Gummiband direkt in der Timeline.

Professionelle Trimmwerkzeuge und noch mehr Effekte sollen das Programm auch im Profi-Bereich attraktiver machen. So gleicht der "Motion Stabilizer" verwackelte Bilder aus, neu hinzukommen soll ein Morphing/Warping-Filter, Alpha-Masken werden ein exaktes Freistellen von Objekten erlauben und der Texturgenerator erzeugt nun auch Wolken-, Holz- und Marmorstrukturen.

Besonders interessant sind die zusätzlichen Plug-ins [2], die teilweise nur dem teureren MoviePack eXtreme beiliegen. MovieCube etwa ermöglicht die Projektion verschiedener Bilder und Videoquellen auf die sechs Seiten eines frei animierbaren 3D-Würfels, MovieXplosion und MovieLightning tun das, was ihre Namen schon sagen, MovieParticles simuliert Regenschauer und Schneestürme, mit MovieCharts kann der Anwender Tabellen visualisieren, und das Paint-Modul erlaubt Mal- und Retuschearbeit direkt im Video. Ein echtes Highlight: Mit dem MotionTracker kann man beispielsweise ein Werbevideo auf die Seitenwand eines fahrenden LkW projizieren.

Wenig spektakulär, für die tägliche Arbeit aber enorm wichtig sind die nach Herstellerangaben erheblich verbesserten Vorschaumöglichkeiten. Dank DV-Overlay können jetzt auch komplette Animationen direkt im Video Control Fenster angezeigt werden und beim Scrubben in der Timeline wird der aktuell sichtbare Inhalt des Arbeitsfenster als externes Preview bereit gestellt. Ob man auch die Stabilitäts- und Performanceprobleme der aktuellen Version behoben hat, wird wohl erst ein ausführlicher Test zeigen.

MoviePack 4 wird auch Skins unterstützen, mit denen man unter anderem die Farben der Fenster und Menüleisten verändern oder mit einer Struktur versehen kann. Einige vorgefertigte Oberflächen sollen bereits beiliegen, der mitgelieferte Skin Parser ermöglicht das Erstellen eigener Motive.

Im Rahmen der Neuentwicklung verändert AIST auch seine Produktpalette. Das bisherige MoviePack wird zu MoviePack Pro und soll wie bisher [3] für etwa 1800 DM über die Ladentheke gehen. Eine etwas abgespeckte Variante, die MoviePack Video Edition, wird bereits für 800 DM zu haben sein, jedoch maximal TV-Auflösungen beherrschen. Die High-End-Version MoviePack eXtreme soll 2800 DM kosten. AIST plant auch, alle Programme im Paket für einen Aufpreis von etwa 200 DM mit einer OHCI-kompatiblen FireWire-Karte anzubieten. (mck)


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-37807

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.aist.de/press/releases/03_01_cebit_moviepack4.htm
[2] http://www.aist.de/press/releases/03_01_cebit_plugins.htm
[3] https://www.heise.de/meldung/Videoschnitt-made-in-Germany-29173.html