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IFA

Ein LCD-TV für Hollywood

Panasonic zeigt auf der IFA, dass auch LC-Displays tolle Schwarzwerte erreichen können. Mit seinem Sandwich-Display will der Hersteller die OLEDs verdrängen.

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(Bild: Ulrike Kuhlmann, c't / heise online)

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Panasonic zeigt auf der IFA ein TV, in dem gleich zwei LCDs stecken. Ein Schwarzweiß-LCD dient der Steuerung des Backlight, das zweite LCD erzeugt das eigentliche Bild. Die Hintergrundbeleuchtung des "Megacon" genannten 55-Zöllers besteht aus vielen kleinen LEDs, die gleichmäßig im Displayrücken verteilt sind.

Das Licht dieses Direct-LED-Backlight fällt durch das hintere Flüssigkristallpanel auf das vordere, farbige LCD. Das monochrome LCD besitzt Full-HD-Auflösung und braucht keine Farbfilter. Es kontrolliert das Licht in seinen Pixeln, wodurch das TV zwei Millionen winzige Dimming-Zonen besitzt; das vordere LCD hat 4K-Auflösung. Damit kann der Fernseher gleichzeitig sehr dunkle und sehr helle Inhalte anzeigen. Auch die Wiedergabe von Farb- und Grauverläufen gelingt dem am Stand gezeigten Modell bestechend gut.

Panasonic möchte mit dem Sandwich-TV professionelle Nutzer ansprechen; Zielgruppe sind die Videoproducer in Hollywood. Die haben in der Postproduktion bislang OLED-Monitore genutzt, weil sich nur mit diesen die satten Schwarzwerte erzielen ließen, die für die Nachbearbeitung erforderlich sind. Allerdings scheitern OLEDs an sehr hellen Bildern, wie man sie für aktuelle HDR-Inhalte braucht. Mit einem Doppeldisplay wie dem von Panasonic lassen sich beide Anforderungen – sehr helle und sehr dunkle Inhalte in einem Bild – realisieren.

Das erste Doppeldisplay präsentierte Nanosys im Frühsommer auf der Display Week in San Jose. Auch Sony will solche Geräte anbieten, zeigt sie aber nicht auf der IFA. Offen ist noch, wann die kontraststarken, hellen TVs auch fürs Wohnzimmer angeboten werden. Das hängt zum einen von den Kosten ab und zum anderen vom Energiebedarf der Doppelkonstruktion: Ohne ausreichende Energieeffizienz könnte eine Zulassung für die Privatnutzung scheitern. (uk)