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Ein Monat auf dem Mars: Curiositys Werbung für die Raumfahrt

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Vor genau einem Monat landete mit Curiosity der insgesamt vierte und bis dato größte Rover der NASA auf dem Mars. Nach den "sieben Minuten des Horrors" jubelte dann nicht nur das Team im Kontrollzentrum, sondern in den USA und auf der ganzen Welt folgten Interessierte dem Geschehen. Seitdem hat sich die mediale Aufmerksamkeit nur leicht gelegt, auch weil sie von der NASA nach Kräften weiter geschürt wurde. Angesichts der derzeit laufenden Umorientierung bei der Weltraumbehörde musste unbedingt ein Erfolg her, der als Werbung für die Bewilligung künftiger Mittel genutzt werden kann.

Das gesunkene Budget der NASA (in Prozent der Staatsausgaben)

(Bild:  Guardian )

Bislang war es dabei auch unproblematisch, dass Curiosity noch gar keine wissenschaftlichen Erkenntnisse liefern konnte. Während sich die Wissenschaftler und Ingenieure auf das Testen der Instrumente konzentrierten, veranstaltete die NASA anfangs im Tagesrhythmus Pressekonferenzen und hielt das Interesse an der Mission hoch. Dabei war lediglich der erste Schritt eines langen Weges gemeistert. Ganz offensichtlich genoss man dabei auch die Welle der Euphorie, die man nach einem wehmütigen Abschied und den ersten Schritten hin zur Privatisierung der Raumfahrt eine ganze Weile nicht mehr erlebt hatte.

Werbung für Angry Birds mit Curiosity

(Bild: Rovio)

Besonders im Internet zeigt die NASA, wie eine solche wissenschaftliche Leistung erfolgreich vermarktet werden kann. Curiosity twittert nicht nur und hat eine eigene Facebookseite, sondern funktionierte bereits als Relais für eine Songpremiere und wird außerdem in dem Computerspiel Angry Birds auftauchen. Darüber hinaus gibt es die Missionsseite der NASA auch als App für Mobilgeräte. Am Größten ist der Rummel aber wohl auf Twitter, wo der Rover bereits mehr als eine Million Follower gesammelt hat.

Einen wesentlichen Anteil an diesem Erfolg auf dem Mikrobloggingdienst hat sicher das Vorgehen, die Beiträge in der Ich-Perspektive zu verfassen. Über diese ganz bewusste Strategie, die bei ähnlichen Accounts der ESA beispielsweise nicht angewandt wird, hat Forbes mit den Verantwortlichen bei der NASA gesprochen. Sie bestätigen, dass das Feedback immer größer gewesen sei, wenn man den Rovern eine eigene Stimme verpasst habe. Das liegt ihrer Meinung nach auch daran, dass sie leicht vermenschlichen lassen, haben sie doch augenähnliche Kameras und Roboterarme.

Curiositys Blick zurück (4 Bilder)

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Die Mission selbst läuft unterdessen weiter nach Plan. Curiosity nähert sich langsam der Bodenformation Glenelg und konnte am 1. September auch das letzte der Instrumente an Bord des Mars Science Laboratory erfolgreich testen. Wie Jeffrey Marlow im Curiosity-Blog Martian Diaries beschrieben hat, lief CheMin dabei wie geplant und verfügt jetzt über einen Referenzwert für künftige Messungen. Mithilfe von Röntgenstrahlen soll dieses sogenannte "Chemistry & Mineralogy X-RayDiffraction/ X-Ray Fluorescence Instrument" im weiteren Verlauf der Mission Mineralien identifizieren und ihre Menge bestimmen.

3D-Panorama des Landeplatzes

(Bild: NASA/JPL-Caltech )

Außerdem hat die NASA in der Zwischenzeit weitere Fotos von der Marsoberfläche veröffentlicht. Darunter findet sich nicht nur ein neues 3D-Foto aufgenommen von der Landestelle, sondern auch ein ebenfalls schwarz-weißer Panoramablick auf dem der langen Spuren des Rovers zu sehen sind. Ein anderes Bild zeigt das Ergebnis eines neuerlichen Einsatzes des Lasers für die ChemCam.

Zur Mars-Mission Curiosity siehe auch:


Mehr zum Thema auch in Technology Review und Telepolis:


Informationen der NASA

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