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Eintauchen in fantastische Welten

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In der traditionellen Fantasy nach Tolkien dienen die kleinwüchsigen, verkniffen wirkenden Goblins vor allem als Kanonen- oder besser Schwerterfutter der bösen Seite. Nicht so bei Dungeon Hero. Hier wird der Spieler in der Rolle eines schwer bewaffneten Lohnkriegers zum Eindringling in die Goblin-Welt. Statt auf kriegerische Dummköpfe trifft er auf eine lebendige Zivilisation, die nicht nur vielfältig ist, sondern dem menschlichen Söldner gegenüber sogar ausgesprochen aufgeschlossen.

Wer sich die Zeit nimmt und durch die belebten Straßen der unterirdischen Goblinstadt schlendert, erfährt dabei einiges über die Lebenssituation dieser eigenwilligen Wesen. Natürlich muss der Spieler seinen Gastgebern aushelfen und seine Fähigkeiten mit der Waffe einsetzen, um den Goblins im Kampf gegen einen verfeindeten Stamm beizustehen. Dungeon Hero räumt nicht nur gründlich mit den Gewohnheiten von Fantasy-Spielern auf, es strotzt auch vor schwarzem Humor und skurrilen Darstellungen. So werden selbst hektische Spieler kaum widerstehen können innezuhalten, wenn sie an den Krankenzimmern des Goblin-Hospitals vorbeikommen, wo die Verhältniss nachvollziehbarerweise nicht unbedingt dem westeuropäischen Standard des frühen 21. Jahnrunderts entsprechen.

Wie im Genre üblich, gibt es Monster zu bekämpfen und Waffen sowie Rüstungen einzusammeln. Dabei tut sich das Spiel allerdings durch seine leichte Bedienbarkeit hervor. Wer spektakuläre Kampfkombinationen (Kombos) ausführen möchte, braucht hier keine Tastenfolgen auswendig zu lernen. Der Spielheld nutzt automatisch stärkere Angriffe, wenn seine Fähigkeiten sich verbessern.

Wer klassische Fantasy-Welten bevorzugt, findet ein neues Zuhause bei Sacred 2. Das Actionrollenspiel aus Deutschland nähert sich mit großen Schritten seiner Fertigstellung und hat einige neue Ideen zu bieten. Dabei sticht besonders der kooperative Mehrspielermodus ins Auge. Wenn ein Spieler auf Monster stößt, für die er allein nicht stark genug ist, kann er sich jederzeit menschliche Mitstreiter ins Spiel holen. Erlaubt man Sacred 2 den Zugriff aufs Internet, nimmt das Programm Kontakt zu anderen gerade aktiven Spielern auf, die man dann zu sich rufen kann. Gemeinsam gelöste Aufgaben verschaffen allen Beteiligten Erfahrungspunkte und Beutegegenstände. Nach getaner Arbeit dürfen sich die eingesprungenen Helfer wieder zurückbegeben zu ihrer eigenen Spielsituation, aus der sie zuvor kamen.

In die Welt der griechischen Sage entführt Codemasters den Rollenspieler mit Rise of the Argonauts. In der Rolle von König Jason begibt er sich auf die Suche nach dem goldenen Vlies. Seine Reise mit der "Argo" durch die griechische Inselwelt dient einzig dem Zweck, am Schluss seine verstorbene Frau aus der Totenwelt zurückzuholen zu dürfen. Seine Gefährten sind die Argonauten – im Spiel lassen die Entwickler diese Gefährtengruppe aus mächtigen Kämpfern und Zauberern wie Achilles und Pan bestehen.

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Eintauchen in fantastische Welten

Sacred 2 setzt auf klassische Actionrollenspiel-Komponenten: Man ist bestrebt, immer bessere Waffen, Rüstungen und durchschlagende Zaubersprüche zu erlangen.

Genreuntypisch steigt die Spielfigur nicht allein durch Kampf in höhere Erfahrungsränge auf, sondern vor allem durch die Entscheidungen, die man im Lauf der Geschichte fällt. Diese stehen stets im Zusammenhang mit den Einstellungen von vier verschiedenen Göttern, und deren Wohlwollen erwirbt oder verscherzt sich Jason von Fall zu Fall immer stärker. Göttliche Gunst lässt sich in spezielle Fähigkeiten investieren. Auf diese Weise kann man schließlich besonders mächtige Zauber erlangen, die den Helden beispielsweise kurzfristig gegen jeden Schaden immun machen. Die Waffen, die die Götter spendieren, sind nicht anonyme Kampfwerkzeuge. Jedes Kampfutensil, das Jason erhält, hat seine eigene Geschichte und verfügt über Eigenheiten, die legendären Götterwaffen angemessen sind. Manche erzeugen gewaltige Feuerbälle, andere werfen sämtliche Gegner erst einmal zu Boden. Rise of the Argonauts soll noch vor Weihnachten 2008 erscheinen; für Deutschland wird es möglicherweise eine Version geben, deren Gewaltdarstellung leicht entschärft ist.

Für den einsamen Kämpfer in Fallout 3 dürfte selbst die ungemütlichste Fantasy- oder Sagenwelt trotz aller Gefahren geradezu wie ein Paradies wirken. Die postapokalyptische Szenerie eines verwüsteten Washingtion, DC, in der sich der Spieler hier wiederfindet, bietet außer den tristen Ruinen und grauen Aschelandschaften, die ein schrecklicher Atomkrieg hinterließ, nur die armselige Sicherheit einzelner Bunker. Dort haben die Menschen jener trostlosen Zukunftswelt technische Gestaltungsmuster und Moden der 1950er-Jahre wiederentdeckt, was vielen Details in den Spielen der Fallout-Reihe einen ganz eigenen Reiz verleiht. Draußen im Freien treiben gigantische Insekten, kniehohe Ratten und schwerbewaffnete Räuberbanden ihr Unwesen.

Für einen Einzelkämpfer sind die Herausforderungen kaum zu bewältigen. Wie gut, dass man den einen oder anderen verlässlichen Menschen finden kann, der den Spieler begleitet. Das setzt allerdings voraus, dass der Nichtspielercharakter (NPC), den man mit im Team haben will, den Spielercharakter auch hinreichend sympathisch findet. Fallout 3 verfügt über ein umfangreiches Dialogsystem, in dem sich der Held die Zu- oder Abneigung seiner Gesprächspartner verdient. Dass dabei der Humor nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst, wenn man die beiden Vorgänger kennt. Wenn es zum Kampf kommt, spielt man Fallout 3 entweder wie einen First-Person-Shooter oder man schaltet in einen Pausenmodus, der es erlaubt, einzelne Körperteile eines Gegners anzuvisieren und zwischen verschiedenen Zielen hin- und herwechseln. Nachdem man festgelegt hat, welche Aktionen die Spielfigur ausführen soll, stellt das Spiel die Folgen dieser Entscheidung als Filmsequenz dar. Nico Nowarra / (Nico Nowarra) / (psz)

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