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Electroloom: 3D-Drucker für Kleidung

Eine Technik namens Field Guided Fabrication soll den 3D-Druck von Kleidungsstücken ohne zusätzliche Nacharbeiten ermöglichen. Schon jetzt könnten so Röcke, Tank Tops oder Mützen ausgedruckt werden.

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Vor dem Druck des Kleidungsstücks muss eine Form angefertigt werden.

(Bild: Electroloom)

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Künstler nutzen den 3D-Drucker bereits, um Kleidungsstücke zu erstellen. Ein Team aus San Francisco arbeitet derweil an einer Technik, die Mode aus dem 3D-Drucker langfristig in den Heimbereich bringen soll. Der Electroloom getaufte Prototyp setzt hierbei auf eine aus Polyester sowie einer Baumwollmischung bestehende Flüssigkeit, die ein zusammenhängendes Gewebe bildet, wenn sie auf eine Form aufgesprüht wird. Die Einzelteile müssen also nicht mehr zusammengenäht werden.

Der Field Guided Fabrication genannte Prozess nutzt ein elektrisches Feld, durch dass sich im Drucker die einzelnen Fasern an der Form anlagern. Der so erzeugte Stoff soll in Sachen Flexibilität und Anmutung ähnliche Eigenschaften besitzen wie herkömmliche Gewebearten.

Bislang konnten bereits Röcke, Tank Tops, Mützen und Kleider für Kinder mit dem Electroloom gefertigt werden, sagen die Macher. All diese Kleidungsstücke seien ohne zusätzlichen Einsatz von Nadel oder Nähmaschine entstanden, auch Nähte seien nicht zu finden. Dass Electroloom ohne Nacharbeiten auskommt, sei ein Alleinstellungsmerkmal der Technik. Allerdings müssen Anwender vor dem Druck ihres Wunschkleidungsstücks eine Form herstellen.

Auch nach eineinhalb Jahren Entwicklung befindet sich Electroloom noch immer in einem sehr frühen Stadium. Dennoch suchen seine Macher auf Kickstarter nach Investoren, die bei der Finanzierung einer ersten Charge des 3D-Druckers helfen sollen. Bis jetzt konnten knapp 30.000 US-Dollar der geforderten 50.000 US-Dollar gesammelt werden. Die Aktion läuft noch 27 Tage.

Die "Alpha Units" von Electroloom, die ab 4500 US-Dollar (4000 Euro) kosten sollen, können voraussichtlich im März 2016 ausgeliefert werden. Für Spenden zwischen 30 und 100 US-Dollar erhalten Unterstützer ein kleines Stück Stoff, ein Tank Top oder einen Rock.

Gleichzeitig arbeiten die Macher an Möglichkeiten, um die erzeugten Stoffe einzufärben. Auch hierbei wollen sie auf einen zusätzlichen Schritt nach der Fertigung verzichten. Vielmehr soll die Farbe per Tastendruck vor dem Druckvorgang ausgewählt werden können. Die beim Prototyp genutzte Polyester-Baumwollmischung soll außerdem durch Akrylfasern und ein Seidengewebe ergänzt werden. (anw)