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Electronic-Arts-Mitarbeiter erhalten weitere Millionen als Mehrarbeitsentschädigung

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Der Videospiele-Publisher Electronic Arts (EA) hat angekündigt, aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern weitere 14,9 Millionen US-Dollar als Entschädigung für nicht vergütete Überstunden zu zahlen. Die Spieleprogrammierer hatten eine Sammelklage gegen das kalifornische Unternehmen angestrengt, weil sie immer wieder unverhältnismäßig viel Mehrarbeit leisten mussten, ohne dafür einen Lohn- oder Freizeitausgleich zu erhalten.

Nach Schilderung eines Spieleentwicklers soll die Arbeitszeit bei EA vor allem in der Endphase eines Projekts über Wochen hinweg zwölf Stunden und mehr an sämtlichen Wochentagen betragen haben. Erschwerend sei hinzugekommen, dass nach der Fertigstellung eines Spiels umgehend mit dem nächsten Projekt begonnen wurde, schreibt der namentlich nicht genannte Programmierer in seinem Weblog.

Wegen dieser "modernen Sklaverei" hatten bei EA beschäftigte Grafikspezialisten bereits Ende 2004 gegen das Unternehmen geklagt. Im Herbst 2005 erklärte sich Electronic Arts bereit, den Grafikern nachträglich 15,6 Millionen US-Dollar als Überstundenvergütung zu zahlen. Das jetzt erstrittene Geld soll an Programmierer verteilt werden, die zwischen Februar 2001 und Februar 2006 bei EA in Kalifornien angestellt waren.

Stimmt der verhandelnde Richter dem vorgelegten Einigungsvorschlag zu, darf Electronic Arts die Arbeit von Junior-Programmierern künftig zudem nicht mit Pauschalgehältern abgelten, sondern muss sie auf Stundenbasis bezahlen. Die beteiligten Parteien wollen so eine Lücke im kalifornischen Arbeitsrecht schließen, die sich EA zu Nutze gemacht hatte. Die vor sechs Jahren verabschiedete Regelung schließt nämlich sämtliche Arbeitnehmer vom Recht auf Überstundenvergütung aus, die einer "geistigen oder kreativen" Arbeit nachgehen. Electronic Arts kündigte unterdessen an, künftig die Fahne der regulären 5-Tage-Arbeitswoche hochhalten zu wollen. (pmz)