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Elefanten-Deal zwischen Intel und DEC

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Intel will für 1,5 Milliarden Dollar alle Rechte am Alpha-Prozessor des Konkurrenten Digital Equipment erwerben, so das Wall Street Journal vom 6. Oktober 97. Damit wäre ein -- wahrscheinlich ebenfalls milliardenschwerer -- Patentrechtstreit der beiden Chip-Giganten aus der Welt. Intel könnte Patente und Technologien des 64-Bit-Alpha-Prozessors für ihr ehrgeiziges iA64-Projekt (Codename Merced) nutzen, und Digital wäre erst einmal saniert.

Noch klingt allerdings unisono "Kein Kommentar" aus den Führungsetagen der Companies, und die amerikanische Kartellbehörde FTC hat auch noch ein gewichtiges Wörtlein mitzureden. Insider glauben jedoch nicht, daß die FTC Einwände erheben wird. Mit dem Alpha-Prozessor und seinen nur knapp 1 Prozent Marktanteil erwüchse Intel kein nennenswerter Marktvorteil. Außerdem habe Digital alles versucht, den Ladenhüter anderswo zu verkaufen.

Wie der Deal im einzelnen aussehen soll, ist noch unklar. Möglicherweise wird Intel auch die Fertigung des Alpha-Prozessors übernehmen und sich für mehrere Jahre zur Lieferung verpflichten. Gerade auch Digitals Fertigungs-Know-how mit Taktraten bis hinauf zu 1 Gigahertz käme nämlich Intel für Merced zugute. Digital könnte sich dann auf das Geschäft mit Alpha-basierten Computersystemen konzentrieren. Ganz will sich Digital dem Vernehmen nach aber nicht aus dem Halbleitergeschäft zurückziehen, sondern zumindest noch den erfolgversprechenden StrongARM-Prozessor (für mobile Systeme wie digitale Telefone oder Apples MessagePad) in eigener Regie herstellen. (Andreas Stiller) (cp)