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Elektrisch und autonom: Südkorea will bei neuer Mobilität an die Weltspitze

Bis 2030 soll Südkorea nach dem Willen der Regierung zum Marktführer bei E-Mobilität und autonomem Fahren werden.

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Autonomer Hynundai Ioniq auf der CES 2017

(Bild: heise online/spo)

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Südkorea sieht in der Mobilitätswende eine Chance, weltweit zum Technologieführer aufzusteigen. In den kommenden zehn Jahren will sich das Land zum Marktführer bei umweltschonenden Autos entwickeln und autonome Fahrzeugtechniken erstmals kommerziell einsetzen, teilte die Regierung Südkoreas am Dienstag mit. Dafür solle die Zusammenarbeit der beteiligten Branchen gestärkt und die politischen Rahmenbedingungen verbessert werden. Dafür will die Fahrzeugbranche insgesamt 60 Billionen Won (rund 46 Milliarden Euro) investieren.

Staatspräsident Moon Jae-in hält die Zeit für einen Strategiewechsel gekommen. Bisher haben sich die Koreaner als "fast follower" verstanden, die sich schnell auf entstehende Trends einstellen. Bei neuen Mobilitätstechnologien will Korea nun zu den Pionieren gehören. "Korea wird bis 2030 den Anteil elektrischer und wasserstoffbetriebener Autos bei Neufahrzeugen auf 33 Prozent erhöhen und strebt einen globalen Marktanteil von zehn Prozent an", sagte Moon am Dienstag auf einer Veranstaltung der Automobilindustrie.

Von den avisierten Milliardeninvestitionen der Branche trägt einem südkoreanischen Agenturbericht zufolge der Autokonzern Hyundai Motor den Löwenanteil. Rund 41 Billionen Won (31 Milliarden Euro) investiert der Autohersteller, der sein Angebot von Elektro- und Hybridautos der Marken Hyundai und Kia derzeit auch international ausbaut. Die Regierung will rund 2,2 Billionen Won (1,7 Milliarden Euro) zuschießen und plant den Ausbau von 660 Wasserstofftankstellen sowie rund 15.000 Ladestationen für E-Autos.



Darüber hinaus wollen die Koreaner zu den ersten gehören, die autonome Fahrzeuge produktiv einsetzen. "Wir werden die erste Nation der Welt sein, die selbstfahrende Autos kommerziell einsetzt", kündigte Moon an. Die Rahmenbedingungen seien bisher auf Level-3-Technik zugeschnitten. "Aber nun haben wir das Ziel, bis 2030 vollautomatisierte Fahrzeuge mit Autonomiestufe 4 auf die Straße zu bringen." Während bei Level 3 der Mensch im Ernstfall noch eingreifen muss, fahren Level-4-Systeme das Fahrzeug alleine.

Die autonome Mobilität will die koreanische Regierung mit Infrastrukturmaßnahmen unterstützen. Bis 2024 sollen Telekommunikationsnetze, Straßeninfrastruktur und hochauflösendes Kartenmaterial für autonomes Fahren fit gemacht werden. Auch Standardisierung, Regulierung sowie Rechtsfragen hinsichtlich der Versicherung sollen bis dahin geklärt werden. Der Hyundai-Konzern will seine Entwicklung autonomer Fahrzeuge mit der entsprechenden Abteilung des Zulieferers Aptiv zusammenlegen. (vbr)