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Elektro-Highway: Fehlende LKW verzögern Feldversuch in vollem Umfang

Fünf Lastwagen mit Stromabnehmern sollen an der A5 Daten sammeln, um Chancen für den Güterverkehr von Morgen auszuloten. Nach fast fünf Monaten rollen zwei.

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Scania R 450 Oberleitungs-Lkw auf der A5-Teststrecke bei Frankfurt

(Bild: Scania/Fotografie-Schepp)

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Die hessische Landesregierung ist bei dem Pilotversuch des ersten deutschen Elektro-Highways auf der Autobahn 5 in Südhessen von einem sofortigen Start aller geplanten Spezial-Lkw zur Datensammlung ausgegangen. Aufgrund der ersten Abstimmungen zur Projektplanung sei davon ausgegangen worden, dass mit der Fertigstellung der Teststrecke auch der Feldversuch in vollem Umfang beginnen könne, sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP. Auf der Strecke mit Oberleitungen sollen bis 2022 fünf Hybridlaster mit Stromabnehmern (OH-LKW) Daten sammeln. Damit soll ausgelotet werden, wie künftig Güter umweltschonender transportiert werden können. Fast fünf Monate nach dem Start ist seit wenigen Tagen der zweite Wagen in Betrieb.

"Erst zu einem Zeitpunkt, zu dem die e-Highway-Versuchsanlage in Hessen bereits fertiggestellt war, wurden die Auslieferungstermine der OH-Lkw bekannt gegeben", heißt es in der Antwort (PDF). Bei dem Projekt zur Bereitstellung der Fahrzeuge sei es zu Verzögerungen gekommen. Die letzten drei Lkw sollten nun im Februar, März und Juni 2020 in Betrieb genommen werden. Die VW-Tochter Scania soll insgesamt 15 solcher Fahrzeuge in Zukunft für drei Teststrecken bereitstellen. Neben der A5 zwischen Langen und Weiterstadt sind auch noch Strecken in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg geplant.

Das Prinzip der Strecke ist einfach: Kommt ein Lkw mit einem Stromabnehmer in den Bereich der Trasse, dockt er an. Mit dem Stromtanken bei Fahrt sollen die Batterien aufgeladen werden. Dann kann der Lastwagen erstmal im E-Betrieb weiterfahren. Sind die Akkus leer, übernimmt der Hybridmotor mit Diesel wieder den Antrieb. Mit dem Projekt sollen alle Daten gesammelt werden, die für einen späteren Ausbau des Systems in Deutschland relevant sein könnten.

Untersucht werden sollen der projektleitenden Verkehrsbehörde Hessen Mobil zufolge Auswirkungen auf den Verkehr, ökologische und ökonomische Aspekte und der Mehraufwand für die Straßenmeistereien. Das Bundesumweltministerium hat die fünf Kilometer lange Strecke zwischen Langen und Weiterstadt mit knapp 14,6 Millionen Euro finanziert. Weitere rund 15 Millionen Euro sollen dann in Datensammlungen und Auswertungen fließen. (bme)