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Elektroautos: Kaufprämie kaum gefragt

In den vergangenen Monaten hat die Nachfrage nach der Kaufprämie für Elektroautos zwar etwas angezogen, doch insgesamt ging nur für einen Bruchteil der Gesamtfördersumme Anträge ein.

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Elektroautos: Prämie kaum gefragt

Elektroautos deutscher Hersteller

(Bild: VDA)

Die staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos stößt insgesamt auf geringes Interesse, auch wenn die Nachfrage in den vergangenen Monaten angestiegen ist. Nach aktuellen Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) wurden bis Ende Dezember 46.897 Anträge für einen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos gestellt. 27.217 entfielen dabei auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, 19.664 auf Plug-in-Hybride und 16 auf Brennstoffzellenautos. Die Herstellerrangliste führt BMW mit 9806 Anträgen an vor Volkswagen mit 6962 und Renault mit 5893.

Die Kaufprämie kann seit dem 2. Juli 2016 beantragt werden, in dem Jahr darauf gingen rund 23.000 Anträge ein, von Juli bis September 2017 noch einmal 10.636. In den eineinhalb Jahren seit Einführung der Prämie gingen für etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtsumme Förderanträge ein, wie Die Welt berichtet."Für diese Förderung stehen insgesamt 600 Millionen Euro zur Verfügung. Bis heute sind rund 65 Millionen Euro gebunden", sagte Bafa-Präsident Andreas Obersteller der Zeitung. "Aktuell spricht einiges dafür, dass die Mittel nicht bis zum Ende der Förderung Mitte 2019 ausgeschöpft sind."

Der Bafa-Präsident regte deshalb an, das Geld anderweitig zur Förderung der Elektromobilität einzusetzen: "Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden."

Der Bund fördert den Kauf eines E-Autos derzeit mit 2000 Euro. Für ein Plug-in-Hybrid gibt es 1500 Euro. Der Hersteller des jeweiligen Fahrzeugs muss dem Käufer mindestens den gleichen Betrag als Nachlass gewähren, damit die Förderung bewilligt wird. Die Fördermittel reichen für mehr als 300.000 Fahrzeuge. Der erhoffte Boom ist bisher ausgeblieben: Wer sich ein entsprechendes Fahrzeug kaufen will, macht dies wohl eher nicht von der Prämie abhängig.

Elektroautos in Deutschland (55 Bilder)

BMW produziert den i3 seit September 2013, in Deutschland wurde er ab November 2013 ausgeliefert. Grundpreis: 35.000 Euro. BMW gibt die Reichweite mit bis zu 200 km im Alltagsbetrieb an.

(mit Material der dpa) / (anw)

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