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Elektroautos: Nur 60.000 Anträge auf Kaufprämie

Seit 2016 wurden gut 60.000 Anträge auf die staatliche E-Auto-Förderung gestellt. Das Programm ist damit aber bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

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Elektroautos: Über 60.000 Anträge auf Kaufprämie seit 2016

(Bild: BMW)

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Seit Einführung der "Förderprogramms Elektromobilität" der Bundesregierung sind bisher über 60.000 Anträge eingegangen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion hervor. Zwischen dem 2. Juli 2016 und Mitte Mai hat der Staat demnach 61.459 Anträge erhalten, davon rund 9000 bis Ende 2016 und 37.975 im Jahr 2017. Im laufenden Jahr waren es bisher 14.440 Anträge. An insgesamt knapp 40.000 Interessenten wurde die Kaufprämie für Elektroautos von bis zu 4000 Euro bereits ausgezahlt.

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurden bislang 5079 Anträge abgelehnt. Eine häufige Ursache dafür sei, dass Hersteller den erforderlichen Eigenanteil am Bonus in Höhe von 1500 bei Plug-in-Hybriden beziehungsweise 2000 Euro bei reinen Elektroautos nicht übernommen hätten. Zudem würden oft Zuwendungsbescheide wieder aufgehoben, weil der Antragsteller nicht Halter des Fahrzeugs war.

Wie viele Fahrzeuge verschrottet oder wie viele von Händlern weiterverkauft wurden, wenn die Kaufprämie in Anspruch genommen wurde, kann die Bundesregierung nicht sagen. Daten dazu lägen ihr nicht vor. Die Bundesregierung betont aber, dass die Förderung keine Abwrackprämie sei.

Den Sachverhalt, dass bei der parallelen Umweltprämie der Automobilindustrie große Neufahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß eine viel höhere Fördersumme gezahlt werde als bei kleinen schadstoffärmeren Autos will die Regierung nicht kommentieren, da es sich dabei um kein staatliches Programm handle. "Art und Ausgestaltung bestimmter Neuwagenangebote in Verbindung mit einer Altfahrzeugrücknahme obliegen den Fahrzeugherstellern", heißt es dazu in Berlin.

Etwas aktuellere Zahlen mit Stand Ende Mai hat parallel das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) herausgegeben. Demnach sind binnen knapp zwei Jahren dort mittlerweile insgesamt 63.285 Anträge auf die Kaufprämie eingegangen, wovon sich 36.611 auf reine Batteriefahrzeuge, 26.6667 auf Plug-in-Hybride sowie 17 auf Brennstoffzellenautos bezögen. Die Herstellerrangliste führt BMW mit 12.158 Anträgen an vor Volkswagen mit 10.411 und Smart mit 7819. Das beliebteste Modell sei der Audi A3 mit 5514 Förderwünschen vor dem BMW i3 mit 5128.

Die vom Bund für die Kaufprämie bereitgestellten Fördermittel reichen für mehr als 300.000 Fahrzeuge, sodass noch deutlich Luft nach oben ist. Anfang Januar 2018 waren in Deutschland 98.280 Elektro-Pkw zugelassen. Die Bundesregierung hält trotzdem mit mal mehr und mal weniger Optimismus an ihrem Ziel fest, bis 2020 eine Million E-Autos auf deutsche Straßen zu bringen. Das "bestehende Marktanreizpaket" einschließlich der Kaufprämie und dem geplanten Ausbau der Ladeinfrastruktur helfe, umweltschonende E-Fahrzeuge im Markt zu verbreiten.

Elektroautos in Deutschland (55 Bilder)

BMW produziert den i3 seit September 2013, in Deutschland wurde er ab November 2013 ausgeliefert. Grundpreis: 35.000 Euro. BMW gibt die Reichweite mit bis zu 200 km im Alltagsbetrieb an.

( Stefan Krempl) / (vbr)

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