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Elektroautos: Post baut zweites Werk für Streetscooter, Verkauf an Dritte beginnt

Der Logistiker baut ein zweites Werk für seinen Elektrolieferwagen – und will damit die Produktion nicht nur für den Eigenbedarf deutlich ausweiten. So will die Post "Marktführer in der grünen Logistik" werden.

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Elektroautos: Post baut zweites Werk für Streetscooter, Verkauf an Dritte beginnt

Streetscooter-Produktion in Aachen.

Die Deutsche Post will die Produktionskapazität ihres Elektrolieferwagens Streetscooter noch in diesem Jahr verdoppeln. Bis Ende des Jahres soll die Produktion von 10.000 auf bis zu 20.000 gesteigert werden. Dazu will das Unternehmen einen weiteren Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen in Betrieb nehmen, geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Es wolle Marktführer in der "grünen Logistik" werden.

Darüber hinaus will die Post ihre E-Fahrzeuge ab sofort auch an Dritte verkaufen. Mindestens die Hälfte der diesjährigen Jahresproduktion sei dafür vorgesehen. Mögliche Interessenten dafür sieht der Post-Konzern vor allem zunächst in Kommunen, strategischen Partnern und großen Flottenkunden im In- und europäischen Ausland. Die eigene StreetScooter-Flotte in der Brief- und Paketzustellung will das Unternehmen in diesem Jahr auf mindestens 5000 Fahrzeuge verdoppeln.

Der Streetscooter der Deutschen Post (17 Bilder)

Der Streetscooter Work hat eine Spitzenleistung von 48 kW und eine Dauerleistung von 38 kW. Die Reichweite beträgt 80 km.
(Bild: Deutsche Post DHL)

Neue Jobs würden entstehen, vermutlich im niedrigen dreistelligen Bereich, sagte der für das Paketgeschäft zuständige Vorstand, Jürgen Gerdes, der Rheinischen Post. Er ist auch zuständig für das Start-up, das die E-Lieferwagen entwickelt hat und das seit 2014 der Post gehört. Bislang arbeiten etwa 200 Menschen in Produktion und Entwicklung des Streetscooters. "Es ist sinnvoll, dass die Techniker und Führungskräfte des Mutterwerkes in Aachen kurze Wege haben", sagte Gerdes zum Bau der Fabrik in NRW.

Jeweils die Hälfte der Jahresproduktion soll sich auf die StreetScooter-Modelle Work (mit rund 4 m3 Ladevolumen) und "Work L" (mit rund 8 m3 Ladevolumen) verteilen. Die Preise für den StreetScooter Work beginnen ab 32.000 Euro. Der nächste noch größere Transporter mit rund 20 m3 Ladevolumen ("Work XL") soll voraussichtlich Anfang 2018 auf den Markt kommen. Auch die E-Bikes von StreetScooter ("Work S") und E-Trikes ("Work M") können ab sofort von Dritten erworben werden.

Post will Werkstattgarantie bieten

Volkswagen will im Herbst die ersten Elektro-Crafter – etwa so groß wie Mercedes-Sprinter – zur Erprobung an Kunden übergeben. Daimler will bis 2020 dem Paketdienst Hermes 1500 Elektrotransporter der Reihen Vito und Sprinter liefern. Anfang 2018 soll es mit Pilot-Einsätzen in Stuttgart und Hamburg losgehen. Daimler hatte schon 2012 einen Transporter mit E-Antrieb auf den Markt gebracht, das Angebot aber mangels Nachfrage eingestellt.

Die Post will ihren Kunden über ihre Tochter Post Service ähnliche Dienstleistungen und Garantien anbieten wie Volkswagen oder Mercedes. "Es wird eine Werkstattgarantie wie bei klassischen Autoherstellern geben", sagte Gerdes. "Wir haben bereits einige Hundert Werkstätten in Deutschland zertifiziert, die den Streetscooter warten können – bisher für uns, künftig auch für Fremdkunden." Offenbar ist die Nachfrage so hoch, dass Post und Streetscooter bereits über ein drittes Werk nachdenken. Das werde aber näher bei möglichen Fremdkunden liegen, sagte Gerdes der Rheinischen Post.

Elektroautos in Deutschland (55 Bilder)

BMW produziert den i3 seit September 2013, in Deutschland wurde er ab November 2013 ausgeliefert. Grundpreis: 35.000 Euro. BMW gibt die Reichweite mit bis zu 200 km im Alltagsbetrieb an.

(mit Material der dpa) / (anw)

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