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Elektroautos: Shell rüstet erste Tankstellen mit Ladesäulen aus

Shell will der erste Tankstellen-Konzern werden, der in einem größeren Umfang Ladesäulen anbietet.

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(Bild: Shell)

Der Energiekonzern Shell will noch in diesem Jahr bundesweit 50 Ladesäulen mit 100 Ladepunkten an seinen Tankstellen errichten. Die Ladeleistung soll dabei so hoch sein, dass ein Elektroauto in wenigen Minuten genug Strom für eine Fahrleistung von 100 Kilometern aufnehmen kann, wie Shell am Montag in Hamburg mitteilte. Damit ist Shell der erste Tankstellen-Konzern, der in einem größeren Umfang Ladesäulen anbietet, wenngleich nur ein kleiner Teil der rund 2000 Shell-Stationen aufgerüstet wird.

Bislang halten sich die Tankstellen beim Bau von E-Ladesäulen zurück, weil lange Ladezeiten von 30 Minuten oder mehr nicht zum Konzept der Stationen passen. Der Ausbau des Ladesäulen-Netzes wird eher von Energieversorgern und auf kommunaler Ebene vorangetrieben. Bundesweit gab es Ende März nach Angaben des Branchenverbandes rund 17.400 Ladepunkte für Elektro-Autos in Deutschland. Vor allem außerhalb der Großstädte ist das Netz noch dünn und müsste weiter ausgebaut werden, wenn die Elektromobilität zunehmen soll.

Shell arbeitet beim Aufbau des Ladesäulen-Netzes mit dem Stromkonzern EnBW zusammen, der den Kunden 100 Prozent Ökostrom garantiere. Weltweit hat Shell bereits in Großbritannien, den Niederlanden und China Erfahrungen mit E-Ladesäulen gesammelt. In Frankreich eröffnete Shell zusammen mit Ionity im Oktober 2018 die erste europäische Schnellladestation an einer Tankstelle.

Update 13. 5. 2019, 10.42 Uhr: Errichtet werden sollen Schnellladesäulen mit einer Ladeleistung von 150 kW und mehr. Der Schwerpunkt liegt dabei auf sogenannten High Power Chargern (HPC) mit CCS-, CHAdeMO- und einem AC-Anschluss (Typ 2) teilt Shell mit. Je nach Fahrzeugkonfiguration sollen dort zwei E-Fahrzeuge gleichzeitig mit 150 kW Strom für 100 km in rund sechs bis acht Minuten laden können. Wenn nur ein E-Fahrzeug bei 300 kW lädt, verringert sich die Ladedauer von Strom für 100 km auf drei bis vier Minuten. (mit Material der dpa) / (anw)