Menü

Elektroautos: Zahl der Ladepunkte um gut 50 Prozent angestiegen

Gut 20.500 Ladepunkte für Elektroautos gibt es mittlerweile in Deutschland, sagt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 369 Beiträge

Ladesäulen in der norddeutschen Tiefebene. Das Ladesäulenregister zeigt die Standorte der Ladesäulen in Deutschland.

(Bild: ladesaeulenregister.de)

Von

Fahrer von Elektroautos können ihren Wagen an immer mehr öffentlich zugänglichen Stationen aufladen. Ende Juli gab es deutschlandweit mehr als 20.500 Ladepunkte – das waren knapp 52 Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon werden nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) 75 Prozent durch die Energiewirtschaft betrieben.

"Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hält mit dem aktuellen Markthochlauf von Elektroautos mit", sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, der dpa. Auch im ländlichen Raum nehme die Zahl der Ladepunkte zu.

Kapferer forderte die Bundesregierung zugleich auf, Hindernisse zu beseitigen: "Wir brauchen aber einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur im privaten Bereich und an Arbeitsplätzen. Denn hier dürften in Zukunft die meisten E-Autos geladen werden." Schon jetzt fänden etwa 85 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz statt. Dazu müsse die Bundesregierung viel mehr tun.

"Vor allem brauchen wir endlich eine Änderung des Miet- und Wohneigentumsrechts", sagte Kapferer. "Es ist sehr hinderlich, dass die Bundesregierung das noch immer nicht umgesetzt hat. Eine Änderung kostet nichts, würde aber sehr viel bringen." Bisher kann in einer Wohnungseigentümergemeinschaft ein Eigentümer nur dann eine Ladesäule aufstellen, wenn alle anderen Eigentümer dieser Gemeinschaft einwilligten. Zudem kann in einer Mietimmobilie der Vermieter den Bau einer Ladesäule verweigern.

"Zudem ist es Zeit, mit hartnäckigen Mythen der Elektromobilität aufzuräumen", schreibt der BDEW in seiner Mitteilung: Die Klimabilanz von E-Autos sei deutlich besser als die von Dieseln oder Benzinern. "Ein Auto, das Normalstrom tankt, emittiert bei einer jährlichen Fahrleistung von 14.300 Kilometern 1,06 Tonnen CO2 pro Jahr. Das sind knapp 60 Prozent weniger als ein Auto, das mit Super-Benzin (2,38 t CO2/Jahr) oder Diesel-Kraftstoff (2,42 t CO2/Jahr) fährt." Obendrein werde der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix immer größer, zahlreiche Ladesäulen böten bereits 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom an. Die Stromnetze seien bereit, beteuert der BDEW. Sie könnten heute bis zu 13 Millionen E-Autos laden, das entspreche 30 Prozent des deutschen PKW-Bestandes.




Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. Deutlich mehr E-Fahrzeuge in den kommenden Jahren sind immens wichtig, damit Autohersteller strengere CO2-Grenzwerte bis 2030 einhalten können. Außerdem geht es darum, Klimaziele zu erreichen. Eine Regierungskommission hatte als Ziel formuliert, dass bis 2030 zehn Millionen Elektro-Pkw notwendig sind.

Im ersten Halbjahr 2019 stiegen die Neuzulassungen von Elektroautos zwar deutlich an, aber auf einem immer noch überschaubaren Niveau. Die Zahl der neu zugelassenen Hybridautos erhöhte sich nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes um fast 70 Prozent auf rund 103.000 Fahrzeuge. Die Zahl der reinen E-Autos wuchs um 80 Prozent auf rund 31.000 Wagen. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten rund 1,85 Millionen Autos neu zugelassen.

Volkswagen ID.3 (10 Bilder)

(Bild: Volkswagen)

Das Bundeskabinett hatte vor kurzem ein milliardenschweres Paket zur Förderung der E-Mobilität auf den Weg gebracht. Dazu zählt die Verlängerung eines Steuerprivilegs für Elektro-Dienstwagen.

In den nächsten Jahren sollen zahlreiche neue E-Auto-Modelle auf den Markt kommen. So startet der deutsche Marktführer Volkswagen im kommenden Jahr eine Offensive, unter anderem mit dem neuen Modell ID 3.

Elektroautos in Deutschland (60 Bilder)

Das aktuelle Modell des Renault Zoe kostet mit 41 kWh 21.900 Euro, die Reichweite nach WLTP soll 316 km betragen.  Neu ist die Zoe mit 52-kWh-Batterie, die im WLTP bis zu 390 km schafft und mindestens 23.900 Euro kostet. Spitzenmodell wird die Zoe Intens mit 52 kWh für 27.900 Euro.

(mit Material der dpa) / (anw)