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Elektroautos crashen ähnlich wie Verbrenner

Verkehrsunfallforscher und Dekra meinen nach Crashtests mit zwei E-Automodellen, dass sie auf ähnlichem Sicherheitsniveau sind wie herkömmliche Autos.

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Hier kollidiert ein Nissan Leaf mit einem Pfahl, der einen Baum darstellen soll. Trotz massiver Deformation der Antriebsbatterie kam es bei keinem der Versuche zu einem Brand.

(Bild: Dekra / Thomas Küppers)

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Verkehrsunfallforscher der Universitätsmedizin Göttingen haben einen Renault Zoe und drei Nissan Leaf gecrasht und festgestellt, dass diese Elektroautos ein ähnliches Schadenbild hinterlassen wie herkömmliche Autos. Nach simulierten Kollisionen mit einem Pfahl, der als Baum diente, kommen sie zu dem Schluss, dass E-Autos solchen mit Verbrennungsmotor angetriebenen in der Sicherheit nicht nachstehen.

In drei der vier Crash-Szenarien ließen die Experten im Dekra-Crashtest-Center in Neumünster Elektrofahrzeuge seitlich mit dem Pfahl kollidieren: den Renault Zoe mit 60 km/h, den Nissan Leaf (Produktionsserie 2010-2017) mit 60 und zusätzlich 75 km/h. Hinzu kam im vierten Szenario der Frontal-Anprall eines Nissan Leaf mit 84 km/h.

"Die Schadenbilder aus den Crashtests sind vergleichbar mit denen an konventionell angetriebenen Fahrzeugen", erläutert Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. "Das Hochvoltsystem der Elektrofahrzeuge wurde jeweils beim Crash zuverlässig abgeschaltet. Und trotz massiver Deformation der Antriebsbatterie kam es in keinem Fall zu einem Brand."

Mit der Löschlanze wird sozusagen innerhalb der Batterie gelöscht.

(Bild: Brandschutz / Deutsche Feuerwehr-Zeitung auf Facebook)

Grundsätzlich wäre gerade der seitliche Baumanprall bei derartigen Geschwindigkeiten kaum zu überleben, erläutert Egelhaaf weiter. "Das gilt aber für jede Art von Pkw, ganz unabhängig von der Antriebsart. Die großen Hersteller von Serien-Elektrofahrzeugen haben es verstanden, mindestens das gleiche Sicherheitsniveau zu erreichen, das wir von Verbrennerfahrzeugen kennen."

Dekra und die Göttinger Forscher arbeiten daran, Insassen aus verunfallten Pkw besser zu retten. Deshalb wurden im Anschluss an die Crashtests jeweils untersucht, mit welchen Verfahren und mit welchen Hilfsmitteln die Rettungskräfte die Insassen am besten aus den Wracks herausholen könnten.

Dabei wurde unter anderem mit der Löschlanze auch ein neues Löschsystem getestet. Sie kann von der Feuerwehr direkt in das Akkugehäuse eingeschlagen werden, falls Teile einer Antriebsbatterie doch in Brand geraten sind. Die ersten Erkenntnisse mit dem Verfahren seien positiv.

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(anw)