Menü

Elektroautos in Deutschland: Verfügbare und geplante Modelle 2019

VW und der ID

Inhaltsverzeichnis

VW ID

Bei Volkswagen wurde unter der Führung von Ex-Chef Matthias Müller in den vergangenen Jahren viel Geld in die Hand genommen, um eine eigene Plattform für die E-Modelle zu entwickeln. Das erste Resultat wird der ID. Neo, der auf der Fläche eines Golf das Platzangebot eines Passat bieten soll. Weitere Derivate sind spätestens 2020 zu erwarten, darunter auch ein Bus. Etwas diffus ist noch die Aussicht auf die Nachfolger von e-Golf (Test) und e-Up. Angesichts des ähnlich großen ID. wäre es denkbar, den Golf 8 nicht mehr mit rein elektrischem Antriebsstrang anzubieten. Der VW Up (Test) ist nach acht Jahren im Handel eigentlich reif für einen Modellwechsel. Für die baugleichen Skoda Citigo und Seat Mii (Test) sind jedoch E-Versionen bestätigt, die eine Reichweite von über 300 km haben sollen. Das wäre deutlich mehr als das, was VW im e-Up (Test) derzeit bietet.

Daimler hat schon vor längerer Zeit angekündigt, Smart zu einer reinen E-Auto-Marke umzubauen. Der zeitliche Horizont dafür liegt nicht etwa in weiter Ferne, sondern ist ziemlich nah. Die letzten Smart mit Verbrennungsmotor werden wohl spätestens im kommenden Jahr gebaut. Angesichts der Zulassungszahlen der bisherigen E-Smarts ist das ein mutiger Schritt, aber ein richtiger: In Verbindung mit dem E-Motor erscheint der Kleinstwagen auf einmal logischer, als es mit den vergleichsweise durstigen Verbrennungsmotoren je war. Die Reichweite liegt in der Praxis oft nur bei 120 Kilometern, was in der Stadt schlicht keine Rolle spielt. Der Gerechtigkeit halber sollte man nicht zu erwähnen vergessen, dass das ursprüngliche Mobilitätskonzept als reines Batterieauto angelegt war, bevor es in die Hände von Daimler geriet.

Jaguar i-Pace

Eine gänzlich andere Klientel bedienen Autos wie der Jaguar i-Pace, Audi e-tron und der Mercedes EQC 400. Sie sind, wie das schon länger erhältliche Tesla Model X (Test), rund 2,5 Tonnen schwere SUV mit mindestens 80 kWh Batteriekapazität und reichlich Motorleistung. Mit einem Preis ab etwa 80.000 Euro werden sie Randerscheinungen bleiben. Das gilt natürlich erst recht für die mit weit über 100.000 Euro teuersten E-Autos, die Tesla mit dem Model S, BMW mit dem i8 und Porsche mit dem Taycan stellen. Auch der angekündigte Tesla Roadster wird mit einem Preis von rund 200.000 Dollar kein Volkswagen im wörtlichen Sinn. Gleiches gilt für die Volvo-Marke Polestar. Sie wird sich vornehmlich an ein sehr solventes Publikum wenden und den Massenmarkt anderen überlassen.

Ob das batterieelektrische Auto jemals die marktbeherrschende Position bekommt, die Autos mit Benzin- und Dieselmotor derzeit haben, wird sich zeigen. Denn es ist keineswegs die einzige Idee, an der momentan intensiv gearbeitet wird, und das Rennen um das Erbe der Verbrenner hat gerade erst so richtig begonnen. Angesichts der monetären Mittel, die in den vergangenen Jahren in die Entwicklung dieses Zweigs geflossen sind, wird das E-Auto sich aber auf absehbare Zeit seinen Anteil an der Energiewende im Individualverkehr sichern. Alles andere wäre eine große Überraschung. (mfz)
(mfi)