Elektroautos taugen nicht als Streifenwagen für Bayerns Polizei

Die elektrischen BMW, die sich die bayerische Polizei vor vier Jahren zulegten, haben sich nicht als Streifenwagen bewährt.

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Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann präsentiert sich Ende September 2015 mit elektrischen Polizeiautos.

(Bild: stmi.bayern.de)

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Die im Herbst 2015 von der Polizei in Bayern eingeführten BMW i3 haben sich nicht als Streifenwagen bewährt. Das Elektroauto habe mit 160 km eine zu geringe Reichweite und eine zu geringe Nutzlast, berichten die Nürnberger Nachrichten. Auch dauere das Laden des Akkus mit sechs bis acht Stunden zu lange, heißt es heute im Ministerium.

"Das Fahrzeug eignet sich nicht als Standardstreifenwagen", zitiert die Zeitung Polizeipressesprecher Michael Siefener. Das Auto biete auch viel zu wenig Platz für die persönliche Schutzausrüstung der Beamten. Auf der Rückbank würden Festgenommene eingezwängt sitzen.

Das bayerische Innenministerium hatte zehn BMW i3 zu einem Preis von jeweils 37.000 Euro angeschafft und in einer Pilotphase getestet. Sie wurden außer in Nürnberg auch in München und Augsburg stationiert. Die Elektroautos hätten sich zwar nicht als Streifenwagen, aber "als umweltfreundliche Ergänzung für bestimmte Einsatzbereiche wie Verkehrsprävention und Ermittlungsdienste herausgestellt", heißt es in dem Zeitungsbericht.

In Polizeien anderer Bundesländer waren im Jahr 2015 Elektroautos schon länger im Probebetrieb, zum Beispiel in Niedersachsen. Dort hatte das Innenministerium beispielsweise 2014 sechs VW E-up in den Einsatz gebracht. Die Autos wurden überwiegend für Ermittlungs- und Fiskalfahrten verwendet, nicht für Streifenfahrten. Im Dezember 2019 schaffte sich die niedersächsische Polizei 15 Opel Ampera-e an, die mit einer Reichweite von 400 Kilometern und für Kurier- und Dienstfahrten innerhalb der Polizei sowie der Landesverwaltung und auch für Streifenfahrten eingesetzt werden. (anw)