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Elektromobilität: Bund will Stromtanken vereinfachen

Der Bundesrat hat einer "Ladesäulenverordnung" zugestimmt, mit der ein einheitlicher Standard für Anschlussstecker eingeführt und die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladestellen erhöht werden soll.

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(Bild: Clemens Gleich)

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Grünes Licht für einheitliche Standards für Stromtankstellen: Der Bundesrat hat am Freitag einem Entwurf der Bundesregierung für eine Verordnung "über technische Mindestanforderungen an den sicheren und interoperablen Aufbau und Betrieb von öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Elektromobile" zugestimmt. E-Fahrzeuge sollen damit künftig an unterschiedlichen Ladesäulen einfacher Strom zapfen können.

Jeder neue "Normal-Ladepunkt" mit Wechselstrom muss künftig mindestens mit Steckdosen beziehungsweise Fahrzeugkupplungen jeweils des Typs 2 nach DIN-Norm EN 62196-2 ausgerüstet werden. Für Schnellladestellen werden zumindest Typ-2-Kupplungen vorgeschrieben. An Normal- und Schnellladepunkten, die auf Gleichstrom ausgelegt sind, müssen Kupplungen des Typs Combo 2 (DIN-Norm EN 62196-3) angeboten werden.

Ausnahmen bestehen für "kabellos und induktiv betriebene Ladepunkte" und Anlagen, die erst seit drei Monaten vor Inkrafttreten der Verordnung in Betrieb gegangen sind. Die Bestimmungen sollen sonst bereits am Tag nach Verkündung im Bundesgesetzblatt gelten.

Insgesamt will der Bund die Interoperabilität von Stromtankstellen erhöhen, was Experten zufolge dringend nötig ist. Die Verordnung enthält zudem Regeln zur technischen Sicherheit der Anlagen. Betreiber öffentlich zugänglicher Ladesäulen müssen der Bundesnetzagentur zudem regelmäßig nachweisen, dass sie die Anforderungen einhalten. Die Agentur soll so ein lückenloses Verzeichnis des Netzes verfügbarer Ladepunke erstellen können.

Mit der Verordnung will der Bund EU-Vorgaben umsetzen. Die Länderkammer hat sie mit der Forderung verknüpft, bis zum 18. November weitergehende Standards für Stromtankstellen gemeinsam mit Ländern, Kommunen und Marktteilnehmern zu normieren. Vor allem sollen sich Nutzer an Ladepunkten einfacher authentifizieren und dort einfacher bezahlen können. Insgesamt müsse mehr getan werden, um den Markt für Elektromobilität voranzubringen.

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(anw)