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Elektronik-Händler 4MBO wird liquidiert [Update]

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Der zahlungsunfähige Elektronik-Dienstleister 4MBO hat keine Zukunft mehr und wird liquidiert. Insolvenzverwalter Wolfgang Illig sei gescheitert, das operative Geschäft wenigstens teilweise zu retten, erfuhr dpa am Dienstag aus Unternehmenskreisen. Etwa 55 Mitarbeiter am Stammsitz Plochingen verlieren ihren Arbeitsplatz. Die börsennotierte 4MBO International Electronic AG, die 2003 rund 230 Millionen Euro umsetzte, hatte sich mit der Vermarktung billiger PCs über den Einzelhandel übernommen.

4MBO-Sprecher Eberhard Kaiser dementierte die Meldung. Derzeit werde intensiv an der Rettung des Unternehmens in einem hart umkämpften Markt gearbeitet. Von Liquidierung sei keine Rede. Die Entlassung von Mitarbeitern sei in einem Insolvenzverfahren nichts Besonderes. Die Mitarbeiter würden durch eine Gesellschaft aufgefangen.

Das Weihnachtsgeschäft mit dem Discounter Plus floppte und bescherte den Plochingern einen zweistelligen Millionenverlust. Als Konsequenz daraus hatte 4MBO den IT-Bereich, der etwa die Hälfte des Umsatzes ausmachte, abgestoßen. "Wenn man mit Medion konkurrieren will, muss man Weltklasse sein. Diesen Anspruch konnte das Management nicht erfüllen", sagte ein Unternehmens-Insider. Die 4MBO-Aktie, die im Jahr 2000 beim Börsengang 37 Euro gekostet hatte, war zuletzt nur noch 0,30 Euro wert.

Nicht liquidiert werden soll laut dpa die 4MBO-Tochtergesellschaft Jenimage Europe GmbH (Digitalkameras) in Jena. Das dortige Management will den Betrieb aus eigener Kraft weiterführen. Hausbank von 4MBO war die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Der Untergang des Dienstleisters war eingeleitet worden, nachdem das Konsortium der Gläubigerbanken das Sanierungskonzept nicht mittragen wollte. Das Insolvenzverfahren war am 15. März eröffnet worden. Die Bilanzpressekonferenz und die Hauptversammlung, die für 25. März und 19. Mai vorgesehen waren, finden nicht mehr statt. (dpa) / (dpa) / (anw)

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