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Elektronik virtuell kaufen

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In die virtuelle 3D-Onlinewelt Second Life steigen zunehmend große Unternehmen wie General Motors, Adidas, Dell, Sun Microsystems oder Bild.T-Online ein – sie gründen dort virtuelle Niederlassungen und bieten ihre Services und Produkte an. Zusammen mit dem multinationalen IT-Konzern IBM eröffnet nun die US-amerikanische Elektronik-Ladenkette Circuit City Stores eine 3D-Online-Filiale auf dem riesigen Second-Life-Gelände von IBM. Dieses soll in der kommenden Woche teilweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Sprecher beider Unternehmen erläuterten am Freitag, man wolle zusammen experimentell herausfinden, wie sich virtuelle Welten und ein dreidimensionales Internet in ein Multikanal-Marketing- und Vertriebssystem des Einzelhandels integrieren ließen. Als erster Ansatz für solche Untersuchungen wurde jetzt das virtuelle Ladengeschäft eingerichtet, in dessen Regalen Nachbildungen diverser Produkte zu finden sind, die auch in Circuit City-Läden im World Wide Web oder der realen Welt angeboten werden. Kunden können durch den virtuellen Laden laufen, Produkte auswählen und begutachten. Die Interaktion damit entspreche dadurch eher der im realen Leben als der in einem zweidimensionalen Onlineshop, so die Konzernsprecher. Natürlich können die Produkte bei Gefallen anschließend gleich bestellt werden.

In der Strategie der Firma Circuit City ist die Plattform Second Life ein zusätzlicher Kanal für Kundenbeziehungen, etwa für den Service. Auch die Communities von Kunden und Experten in den unternehmenseigenen Foren sollen hier angesiedelt werden. Beim Kundendienst könnten Käufer zusätzliche Hilfestellungen in der virtuellen Welt erhalten, beispielsweise indem sie dreidimensionale und interaktive Gebrauchsanleitungen von Produkten wie komplizierte Digitalkameras auswählen können, anstatt gedruckte Handbücher durcharbeiten zu müssen.

Ein weiteres Experiment, das derzeit auf einer IBM-Insel in Second Life aufgebaut wird, ist noch eine Baustelle: Eine Reihe internationaler Organisationen, zu denen neben IBM die Zeitschrift Computerworld Dänemark, der Technologie-Thinktank Innovation Lab und die Architekturfirma Arkitema gehören, möchte im sogenannten House of Horizons die Implikationen erforschen, die sich ergeben, wenn normale physikalische Faktoren und Geografien außer Kraft gesetzt und durch digitale Realitäten ersetzt werden. (Tom Sperlich)/ (pek)