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Elektronische Fußfesseln werden Milliardengeschäft

Hunderttausende müssen inzwischen elektronische Fußfesseln tragen. Das Millionengeschäft wird bald zum Milliardengeschäft, erwartet Berg Insight.

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Elektronische Fußfesseln werden Milliardengeschäft

(Bild: Ctruongngoc CC BY-SA 3.0)

Elektronische Fußfesseln und ähnliche Überwachungsgeräte für Straftäter sind ein Wachstumsmarkt. 2022 werden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), den USA und Kanada eine Milliarde Euro für Geräte, Software und Dienstleistungen ausgegeben werden. Das erwartet das schwedische Marktforschungsunternehmen Berg Insight. Aktuelle Software analysiert beispielsweise die Bewegungsmuster der Fußfesselträger, und versucht, daraus auf Risikofälle zu schließen.

Im EWR mussten 2017 jeden Tag durchschnittlich 36.000 verurteilte Menschen eine elektronische Fußfessel tragen, hat Berg Insight eruiert. Das habe etwa 170 Millionen Euro Umsatz gebracht. Bis 2022 erwartet der Marktforscher eine durchschnittliche Wachstumsrate von elf Prozent pro Jahr.

In den USA und Kanada gab es demnach 2017 jeden Tag sogar durchschnittlich 155.000 Fußfesselträger, was zirka 580 Millionen US-Dollar Umsatz bedeutet habe. Dort prophezeit Berg Insight sechs Prozent durchschnittliches Wachstum jährlich.

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Gemeinsam würden der EWR, die USA und Kanada dann rund eine Milliarde Euro erreichen. Dazu kommen noch Umsätze mit der Überwachung anderer Personen als Straftäter, etwa besonders entführungsgefährdete Kinder oder Demenzpatienten.

Unterschiedliche Technik

Derzeit bevorzugten die Behörden dies- und jenseits des Atlantik unterschiedliche Technik: In Nordamerika setzten drei Viertel der Fußfesseln auf GPS und Mobilfunk, während diese Methode im EWR weniger als zehn Prozent Marktanteil habe. Hier würden Funkverbindungen zu fest installierten Geräten mit bekanntem Standort bevorzugt. (ds)

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