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Elektronische Gesundheitskarte: Atos Origin liefert zentralen Directory-Dienst

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Der französische IT-Dienstleister Atos Origin hat nach eigenen Angaben von der Projektgesellschaft Gematik den Zuschlag beim Aufbau des ServiceDirectoryServices erhalten. Damit ist Atos Origin nach dem Namens- und Zeitdienst auch für den zentralen Registrierungsdienst zuständig. Der Vertrag für die Directory Services hat eine Laufzeit von 5 Jahren; über das Auftragsvolumen machen beide Seiten keine Angaben.

Im Rahmen der geplanten Telematik-Infrastruktur für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) übernimmt Atos Origin die Directory Services für die beteiligten Komponenten. Diese Directory Services sind nach UDDI-Konventionen ein Verzeichnisdienst, in dem alle zur Verfügung stehenden Instanzen vermerkt sind und dann über eine URL angesprochen werden können. In ähnlicher Weise ist Atos Origin bereits für den Zeitdienst verantwortlich, der die Zeiteinstellung aller Komponenten synchronisiert. Auch der Namensdienst für die Umwandlung von Namen in IP-Adressen kommt von Atos Origin. In der entsprechenden Presserklärung freut sich der Dienstleister, dessen Tochtergesellschaft Atos Worldline Trustcenter-Funktionen für einige Krankenkassen übernimmt, über den "großen Schritt auf dem Weg ans Ziel".

Die notwendige Technik für den von Atos Origin gelieferten ServiceDirectoryService dürfte dabei von Novell kommen. Auf der Brainshare wurde ein strategisches Abkommen bekannt gegeben, das in der Atos-Version das Identity- und Provisioning-Management betont, das für die Dienste rund um die elektronische Gesundheitskarte benötigt wird.

Mit dem Auftrag für den französischen IT-Dienstleister, der sowohl die anstehenden Flächentests wie das endgültige Telematiknetz umfasst, sind alle wichtigen Lose nach den Ausschreibungen des Telematik-Projektes vergeben worden. Wann und wo die elektronische Gesundheitskarte starten wird, ist noch nicht "finalisiert", heißt es, doch deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Region Nordrhein sich im Dezember über Weihnachtskarten in Gestalt einer "echten" Gesundheitskarte freuen kann – bisher werden in den Testregionen nur Karten mit fiktiven Daten verwendet. Für Atos Origin ist der Zuschlag bei den Directory-Services eine weitere Herausforderung in diesem Jahr, das mit dem Games Management System für die Olympischen Spiele in Peking seinen Höhepunkt erreicht.

Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund mit Links zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens:

(Detlef Borchers) / (jk)