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Elektronische Gesundheitskarte: Bestandsaufnahme eingefordert

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In einer gemeinsamen Presseerklärung haben sich die deutschen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker dafür ausgesprochen, dass die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und vor allem der Aufbau des Telematiknetzes für die Karte kritisch überprüft wird. Die sogenannten "Leistungserbringer" des deutschen Gesundheitswesens fordern vor allem eine "Verbesserung der Praktikabilität" beim Umgang mit der eGK. Die Absicht der neuen Bundesregierung, eine Bestandsaufnahme des Gesamtprojektes durchzuführen, wird von den Leistungserbringern unterstützt: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, über diese Neuausrichtung nachzudenken", heißt es in einer Mitteilung.

Die gemeinsame Erklärung der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Bundesärztekammer (BÄK), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) kommt nicht überraschend. Die Leistungserbringer, die in der für die eGK-Einführung zuständigen Projektgesellschaft Gematik die Hälfte des Stimmrechts besitzen, reiben sich vor allem an den umständlichen Arbeitsabläufen, die die Einführung der eGK mit sich bringt. Für die Leistungserbringer steht nicht die Sicherheit der Technik im Vordergrund, sondern die "Reibungsverluste" im Alltagsbetrieb.

Zuvor hatte sich auch im "anderen Lager" der Gematik bei den Krankenkassen mit dem Ausstieg der AOK Rheinland eine Absatzbewegung von der Gesundheitskarte angedeutet. Mit Spannung wird nun eine Erklärung des neuen Gesundheitsministers Philipp Rösler (FDP) erwartet, wie sein Haus zu einer "Bestandsaufnahme", gar zu einer "Neuausrichtung" des größten IT-Projektes in Deutschland steht.

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(jk)