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Elektronische Gesundheitskarte: Bundesgesundheitsminister will weitermachen

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Die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Rollout-Region Nordrhein soll ohne Unterbrechungen fortgeführt werden. Dies geht aus einem der dpa vorliegenden Brief hervor, den der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an seinen nordrhein-westfälischen Amtskollegen Karl-Josef Laumann (CDU) als "Klarstellung" geschickt hat. Dem Schreiben zufolge hofft Rösler, dass die Ausgabe der neuen Karten ohne Verzögerung fortgesetzt wird.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und FDP vereinbart, eine Bestandsaufnahme bei der Gesundheitskarte durchzuführen. Dies hatte die AOK Rheinland zum Anlass genommen, die Kartenausgabe in der Rollout-Region zu stoppen. Danach meldeten sich die Organisationen der Leistungserbringer (Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheker) und forderten gleich eine "Neuausrichtung" des Systems. Mit seinem von der Pharmazeutischen Zeitung gemeldeten Schreiben präzisierte Gesundheitsminister Rösler, dass nicht die Karte bei der Bestandsaufnahme zur Debatte stehe, sondern vielmehr das Geschäftsmodell der Projektgesellschaft Gematik.

Die Klarstellung des Ministers geht nicht auf die Bedenken ein, die die Leistungsträger haben. Für sie ist der Einsatz der eGK im alltäglichen Gesundheitsbetrieb zu unpraktikabel. Außerdem gibt es Stimmen unter den Ärzten, die vor der zentralen Speicherung medizinischer Daten warnen.

Die Diskussion über Sinn und Zweck dürfte auch dieses Jahr wieder die Medizinmesse Medica begleiten. Auf ihr wurde bereits 2004 die Gesundheitskarte offiziell "gestartet". Gleich am ersten Tag gibt es auf der Medica 2009 mehrere Podiumsdiskussionen am Stand der Medica Media, auf der sich die leitenden Köpfe des größten deutschen IT-Projektes zum Stand der Dinge äußern wollen. (jk)