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Elektronische Gesundheitskarte: Entschleunigung oder Beschleunigung?

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Auch die elektronische Gesundheitskarte, die 2006 in verschiedenen Testregionen eingeführt werden soll, ist wohl zum Wahlkampfthema geworden. So besuchte die Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) am gestrigen Donnerstag die Walldorfer Firma Intercomponentware. Diese führt derzeit einen eigenen Feldtest mit ihrer Gesundheitsakte LifeSensor durch. Bei ihrem Besuch forderte die Staatssekretärin aus dem Gesundheitsministerium nach einem Bericht des Handelsblatts die verantwortliche Projektgesellschaft auf, endlich die Testregion für die elektronische Gesundheitskarte zu nennen, damit das Projekt nicht gefährdet werde.

Bei der Gematik stößt diese Forderung auf Unverständnis. "Der Kriterienkatalog für die Auswahl der Testregionen wird in der nächsten Gesellschafterversammlung am 12. September beraten. Danach werden wir den Testregionen die Gelegenheit geben, die bereits vorliegenden Bewerbungen auf Vollständigkeit gegen den Kriterienkatalog zu prüfen. Danach erfolgt die Auswahl", erklärte Gematik-Geschäftsführer Harald Flex gegenüber heise online. Innerhalb der Projektgesellschaft gibt es Zweifel, ob die Komplexität des Projektes von denen verstanden wird, die eine rasche Einführung der Gesundheitskarte fordern: Auf den Test der einzelnen Komponenten in den Testregionen folgt ein längerer Integrationstest, ehe überhaupt der Praxistest mit großen Teilnehmerzahlen erfolgen kann. Zwischen all den Tests wird das gesamte System immer wieder in puncto Datensicherheit geprüft. Hier will die Gematik mit professionellen Hackern zusammenarbeiten, die im Auftrag der Projektgesellschaft das System auf Sicherheitslücken testen sollen. Auch bei diesen Testern befindet man sich offenbar im Stadium der Vorauswahl.

Zur elektronischen Gesundheitskarte und der Reform des Gesundheitswesens siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)