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Elektronische Gesundheitskarte: Gematik dampft Feldtest ein

Die Anwendungen und Komponenten der elektronischen Gesundheitskarte sollen nicht länger in großen Feldtests auf ihre Einsatztauglichkeit hin geprüft werden. Die Hersteller sollen selbst in kleinen Tests mit rund 80 Anwendern das Funktionieren nachweisen.

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Elektronische Gesundheitskarte: Gematik dampft Feldtest ein

Konnektor genannter Linux-Anwendungsserver von Coco Konnektor, der vom BSI zertifiziert wurde.

(Bild: kocoboxmedplus.de)

Während die ersten Arzt- und Zahnarztpraxen online an die telematische Infrastruktur angeschlossen werden, wird der Taktschlag erhöht: Die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zuständige Projektgesellschaft Gematik hat auf Beschluss ihrer Gesellschafter das Feldtestkonzept verändert.

Statt umfangreicher Feldtests mit 10.000 beziehungsweise 100.000 Vorgängen, 500 Praxen und 5 Kliniken sollen nur noch 70 bis 75 Arztpraxen und eine Klinik innerhalb von acht Wochen neue eGK-Anwendungen wie das Anlegen eines Notfalldatensatzes (NFD) oder eines elektronischen Medikamentionsplans testen. Statt 10.000 oder gar 100.000 Vorgängen sollen 1400 auf der eGK gespeicherte Notfalldatensätze und 2100 Medikationspläne reichen, die Praxistauglichkeit der Systeme nachzuweisen.

Das neue Feldtestkonzept soll zudem "marktnah" direkt von der Industrie übernommen werden, damit der Notfalldatensatz und der Medikamentionsplan möglichst schnell eingeführt werden kann. Praktisch bedeutet dies, dass die drei Hersteller von Konnektoren, Coco Konnektor, Deutsche Telekom und Rise jeweils selbst nachweisen müssen, dass diese beiden neuen Anwendungen auf ihren Konnektor genannten Linux-Anwendungsservern funktionieren. Davon unberührt bleibt das Prüfverfahren und die Zertifizierung der Konnektoren durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zertifiziert ist bislang nur der Coco Konnektor, die Konnektoren von Rise und der Telekom sollen im ersten Quartal 2018 zertifiziert sein.

Neben dem Gematik-Beschluss haben sich laut einem Bericht der Ärztezeitung der kassenärztliche Bundesverband und der GKV-Spitzenverband über die Finanzierung der neuen Einsatzmöglichkeiten der eGK geeinigt. Danach soll der Arzt für das Anlegen eines Notfalldatensatzes auf der Karte eines Versicherten rund 8 Euro bekommen. (Detlef Borchers) / (anw)

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