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Elektronische Gesundheitskarte: Ist das Foto notwendig?

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Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat eine Studie vorgestellt, nach der mehr als 90 Prozent der Versicherten und 50 Prozent der niedergelassenen Ärzte beim Arztbesuch die Vorlage eines Personalausweises befürworten. Personalausweis und Versicherungskarte sollen zusammen vorgelegt werden, damit der Missbrauch der Kassenkarten bekämpft werden kann.

Aus der Befragung von 1000 Versicherten durch die Marktforscher von forsa und TNS Infratest Bielefeld zieht die KKH den Schluss, dass die hohe Akzeptanz einer möglichen Ausweispflicht bei den Versicherten das Foto auf der geplanten elektronische Gesundheitskarte überflüssig macht. Bei den befragten Medizinern ermittelte man große Skepsis: Nur zwei Prozent der Ärzte glauben, dass die neue Gesundheitskarte die Missbrauchsprobleme lösen wird.

Nach Angaben der KKH kostet das Aufbringen der Fotos der Versicherten (Kinder und Schwerstkranke sind ausgenommen) rund 250 Millionen Euro. "Für uns ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass der gigantische Aufwand, von rund 60 Millionen Versicherten Passfotos einzusammeln und auf die elektronische Gesundheitskarte zu übertragen, in keinem Verhältnis zum Nutzen steht", wird KKH-Vorstandvorsitzender Ingo Kailuweit in einer Mitteilung der Krankenkasse zitiert.

Die deutsche elektronische Gesundheitskarte soll im Gegensatz zur österreichischen e-Card mit einem Foto versehen werden. Eine Gesundheitskarten mit Foto ist etwa in Taiwan eingeführt worden. Noch weiter geht die elektronische Gesundheitskarte in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau, die neben dem Versichertenfoto auch die Fingerabdrücke im Chip gespeichert hat. In Macau ist die Karte für die 40.000 Einwohner allerdings gleichzeitig noch Personalausweis, Führerschein und Bankkarte.

Zur elektronischen Gesundheitskarte und der Reform des Gesundheitswesens siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)