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Elektronische Gesundheitskarte: Jetzt geht's los ...

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Im Beisein hoher Funktionäre wurde das erste Kartenterminal des Basis-Rollouts eingerichtet. Nahezu gleichzeitig startete der erste Konzessionsinhaber in der Region Nordrhein mit der Ausgabe von Heilberufsausweisen. Befürworter der elektronischen Gesundheitskarte sprechen daher von einem Durchbruch.

In der Praxis des Dürener Arztes Peter Hecking wurde das erste moderne Kartenterminal für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in der "Durchstichregion" Nordrhein installiert. Staatssekretär Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium, die treibende Kraft bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, lobte die Aktion vor Ort als entscheidenden Schritt zur Verbesserung der Patientenversorgung. Er bedankte sich bei dem ebenfalls anwesenden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leopold Hansen, für seine vorzügliche Arbeit. Lob kam auch von Walter Döllinger, Staatssekretär für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen. Mit der feierlichen Übergabe des Kartenterminals wurde demonstriert, dass die negative Entscheidung der ärztlichen Vertretersammlung der Region Nordrhein keine aufschiebende Wirkung hat. Diese hatte sich mit 16 zu 14 Stimmen bei sieben Enthaltungen gegen die Einführung der eGK ausgesprochen.

Unterdessen hat die Firma Medisign den Startschuss für die Auslieferung der ersten 16.000 Heilberufsausweise für die Region Nordrhein abgefeuert. Medisign ist der Subunternehmer des Zertifikatsdiensteanbieters (ZDA) DGN Service, der die von Giesecke & Devrient hergestellten Karten personalisiert. Im Laufe des nächsten Jahres sollen weitere ZDA von der zuständigen Ärztekammer Nordrhein eine Konzession zur Herstellung von Heilberufsausweisen erhalten. Als Vorteil für die Ärzte bietet sich derzeit die Online-Abrechnung mit dem Heilberufsausweis an, der monatlich 5,90 Euro kostet. Mit dem Heilberufsausweis wird ein Software-Tool von OpenLimit ausgeliefert, mit dem die Karte auf zugelassenen Lesegeräten freigeschaltet und die PIN verwaltet werden. Will der Arzt den Ausweis für andere Zwecke wie etwa den Mailversand signierter Arztbriefe/Dokumente nutzen, kann er von Medisign die notwendige OpenLimit-Lizenz für 90 Euro erwerben.

Der Patientenkiosk ist eine weitere wichtige Komponente bei der Einführung der eGK. Hier haben der Kioskproduzent TrustTerminal und Atos Origin in dieser Woche eine erweiterte Kooperation bekannt gegeben. Verstärkt sollen die Patientenkioske zunächst in den Geschäftsstellen von Krankenversicherungen aufgebaut werden und dort bei der Beschaffung von Fotos für die Produktion der Gesundheitskarte Hilfestellung leisten. Atos Origin ist Lieferant des zentralen Directory-Dienstes sowie der Zeit- und Namensdienste im Telematik-System der elektronischen Gesundheitskarte.

Zur elektronischen Gesundheitskarte siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)

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