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Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte sind skeptisch

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Niedergelassene Ärzte stehen der Gesundheitskarte skeptisch gegenüber. Dies zeigen die Zwischenergebnisse der Studie "Akzeptanz-Untersuchung zur Gesundheitskarten-Einführung", die vom Kölner Zentrum für Versorgungsforschung durchgeführt wird. Grundlage der Untersuchung ist eine Befragung von Ärzten, die die Düsseldorfer Fachmesse Medica besuchten. Die Zwischenergebnisse der Studie wurden auf einer Versammlung der Ärztekammer Nordrhein vorgestellt, wie die Ärzte Zeitung berichtet.

So sollen 61,3 Prozent der befragten Ärzte Probleme beim Datenschutz sehen, wenn die elektronische Gesundheitskarte eingeführt wird. 76,6 Prozent glauben überdies, dass die Karte aus der Sicht des Patienten zu Problemen mit der ärztlichen Schweigepflicht führt. Außerdem fühlen sich die Ärzte mit ihren Interessen bei der Einführung der Gesundheitskarte nicht genug eingebunden. 90,4 Prozent sind gar der Auffassung, dass zusätzliche Arbeitszeit bei der Patientenaufklärung anfällt.

Der Erfolg der elektronischen Gesundheitskarte ist jedoch an die Arbeit der niedergelassenen Ärzte (und Zahnärzte) gekoppelt. Sie sind, es, die das Vertrauen in den Einsatz der Karte vermitteln sollen. Außerdem müssen sie die Kosten für die Karten-Lesegeräte und die bIT4health-Connectoren zur sicheren Datenübertragung bezahlen. In einem Vortrag vor der nordbadischen Ärzteinitiative hatte ein Vertreter von IBM die "Initial-Kosten" auf 3500 Euro geschätzt. Auf dem Symposium e-health hatte Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Marburger Bundes erklärt, dass die niedergelassenen Ärzte diese Kosten aus ihrem Gewinn bestreiten müssen. Demgegenüber seien die Kosten in den Krankenhäusern ohnehin in den IT-Budgets enthalten. Welche Ausgaben Ärzte etwa über die Ausstellung elektronischer Rezepte erstattet bekommen, ist noch völlig offen.

Zur elektronischen Gesundheitskarte und der Reform des Gesundheitswesens siehe auch:

(Detlef Borchers) / (jk)