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Cebit

Elektronische Gesundheitskarte soll eine Milliarde einsparen

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Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) glaubt an ein Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro durch die für 2006 geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die Kosten von schätzungsweise 700 Millionen bis einer Milliarde Euro für die Entwicklung und Einführung der Karte sollen sich spätestens nach zwei Jahren amortisieren, sagte Schmidt heute auf der CeBIT anlässlich der Übergabe der Telematik-Rahmenarchitektur durch das Industrie-Konsortium biT4health.

Bis zum 1. Oktober soll nun ein konkretes Umsetzungskonzept für die erste Stufe der Gesundheitskarte erarbeitet werden, kündigte Schmidt an. Ab dem 1. Januar 2006 soll die Gesundheitskarte den gesetzlich Versicherten bundesweit ausgehändigt werden.

Dies sei ein "Meilenstein zu mehr Qualität, Effizienz und Transparenz im Gesundheitssystem", sagte Schmidt. Die Gesundheitskarte bedeute einen großen Bürokratieabbau. Außerdem werde sie die Versorgung der Patienten verbessern -- zur Zeit würden pro Jahr in Deutschland beispielsweise immer noch rund 10.000 bis 30.000 Patienten in Deutschland an den Folgen von Medikamenten-Unverträglichkeiten sterben, was durch die erstmalige Zusammenfassung aller Patientendaten künftig verhindert werden soll.

Befürchtungen von Datenschützern, diese Zusammenfassung aller Daten führte zum gläsernen Patienten, der beispielsweise auch von seiner Krankenkasse nach seinem individuellen Krankheitsrisiko eingestuft werden könnte, erteilte die Ministerin eine Absage. Die Daten würden verschlüsselt und der unbefugte Zugriff auf diese Daten würde per Gesetz als Straftat definiert werden.

Das rund 1000 Seiten umfassende Konzept legt allerdings zunächst nur eine Art Anforderungskatalog fest. Die konkrete technische Umsetzung wird erst in den nächsten Stufen diskutiert. So ist beispielsweise noch nicht geklärt, ob die freiwillig gespeicherten Patientendaten auf der Karte oder auf einem zentralen Server abgelegt werden. (wst/c't) / (gs)