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Elektronische Gesundheitskarte verzögert sich

Nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuches sollte die elektronische Gesundheitskarte im Jahre 2006 starten, nun wird es wohl 2016 werden – wenn alles klappt.

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Der eigentliche Start der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verzögert sich weiter, meldet die dpa unter Berufung auf die Projektgesellschaft Gematik. Bisher von Krankenkassen ausgegebene eGKs sind nicht mehr als ein Ersatz für die bisherigen Krankenversichertenkarten.

Nun soll der "500er-Kartentest" in den Testregionen Südost und Nordwest im zweiten Quartal 2015 beginnen; geplant war er ursprünglich für das vierte Quartal 2014. Der Start des Auslesens und der Online-Prüfung der Versichertenstammdaten (VSDM) verschiebt sich danach um ein Jahr auf das Jahr 2016.

"Funktionale Erweiterungen und Verbesserungen" der dezentralen Komponenten der eGK sorgen für Verzögerungen

(Bild: Gematik)

Elektronische Arztbriefe mit Unterschriften, die Ärzte mit Hilfe des Heilberufsausweises generieren, sollen gar erst im Jahre 2017 kommen. Ursprünglich war vereinbart, dass Ärzte zehn Monate nach dem VSDM-Start über eine qualifizierte Signatur verfügen, mit der sie Dokumentationen mit anderen Ärzten, aber auch Patienten austauschen können.

Als Grund für die Verzögerungen werden laut dpa "funktionale Erweiterungen und Verbesserungen" dezentraler Komponenten der eGK wie Kartenkörper, Terminals und Konnektoren genannt, die in Abstimmung mit allen Gesellschaftern der Gematik in das laufende Verfahren eingebracht werden sollen. Unabhängig von diesen Erweiterungen werde der Aufbau der telematischen Infrastruktur planmäßig fortgesetzt und Ende 2014 abgeschlossen sein.

Bedingt durch die Verschiebung des VSDM-Dienstes und der elektronischen Unterschrift könnte bei einer weiteren Verzögerung des Projektes der allgemeine Start des eGK-Einsatzes mit der allgemeinen Neuproduktion von Gesundheitskarten zusammenfallen: 2017 läuft nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Nutzung von 3DES-Schlüsseln aus, wie sie mit der aktuellen eGK genutzt werden. Spätestens dann muss die zweite Kartengeneration verfügbar sein, die mit AES-Schlüsseln auf der Basis von elliptischen Kurven arbeitet. (Detlef Borchers) / (anw)

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